Das ist MEIN Tanzbereich, Kai!

Kai Diekmann plant zum 60. Geburtstag des Sexskandal- und Hetzblattes “Bild” eine landesweit flächendeckende Übermüllung mit der Schundzeitung.

Am 23. Juni gibt es vor Deutschlands größter Tageszeitung kein Entkommen: Zum 60. Geburtstag der “Bild” lässt Axel Springer an sämtliche Haushalte in ganz Deutschland eine kostenlose Sonderausgabe der Boulevardzeitung verteilen.

Perfide:

Insgesamt rechnet der Verlag mit einer Gesamtauflage von 41 Millionen Exemplaren – inklusive Werbeverweigerern, wie es in den Mediaunterlagen heißt.

Hallo, Kai Dieckmann: Kioske, Zeitschriftenläden und Supermärkte, die die Bild-Zeitung verkaufen, sind DEIN Tanzbereich. Da muss ich weggucken, habe keine Wahl, der Mist liegt da halt. Aber mein privater Briefkasten, das ist MEIN Tanzbereich – und wenn du da eindringst, werde ich sauer.

Ich habe vorsichtshalber heute schon etwas für den 23. Juni vorbereitet.

Der fertig adressierte Umschlag, in dem der Schund zurück an Kai Diekmann geht:

Ganz entscheidend natürlich der Hinweis, wer das Porto übernimmt:

Und nur für den Fall, dass mein Freund Kai die Annahme verweigert: Wenn er dafür verantwortlich ist, dass der Mist in meinem Briefkasten landet, ist er selbstverständlich auch der Absender. Dann soll er meine Post halt nicht als Empfänger. sondern als Absender entgegennehmen:

Ernsthaft, Kai: Ich akzeptiere dich nicht in meinem Tanzbereich!

Achtung, Eigenwerbung!

An dieser Stelle sollte jeder weglesen, der keine Lust auf plumpe Aufzählung eigener Leistungen hat (los, los, weggucken, sonderlich originell wird diese Eigenwerbung nicht, eher plakativ, ich kokettiere nicht!).

Was geschehen wird: Ich gehe unter die Dozenten und werde in den kommenden Monaten drei Seminare beim Institut für Weiterbildung Südwestfalen anbieten.

Seminar 1 trägt den Titel Social Media für Unternehmen (2-tägig), findet am 16./17.3. 2012 in Siegen statt und am 14./15.6.2012 in Olpe.

In Seminar 2 geht es um Geschäftstexte schreiben, die gerne gelesen werden (2-tägig): am 30./31.3.2012 in Siegen, am 28./29.6.2012 in Olpe.

Seminar 3 wiederum möchte Licht in orthografische Irritationen bringen: Neue deutsche Rechtschreibung: Was hat sich geändert, was ist gleich geblieben? (20.2.2012 in Siegen, 10.5.2012 in Olpe.)

Ein Hinweis noch auf ein Angebot meiner Freunde und Bürogemeinschaftsnachbarn Markus Möller und Simon Stücher (nicht, weil es meine Freunde und Bürogemeinschaftsnachbarn sind, sondern weil ich weiß, dass sie wissen, wovon sie reden!): Business-Software im Internet – Wie Online-Tools den Geschäftsalltag erleichtern (13.2.2012 in Siegen, 4.5.2012 in Olpe).

Ende der Werbeeinblendung – danke für die Aufmerksamkeit! ;-)

Ein Herzensprojekt des Jahres 2011: Hannover persönlich

Im letzten Jahr habe ich an einem Projekt mitgearbeitet, das mir viel bedeutet. Weil ich dabei eine Person unterstützt habe, die viel, viel Herzblut in eine Idee und deren Umsetzung investiert hat – und wenn ich „Herzblut“ sage, meine ich unglaubliche Mengen an Zeit, Knete und Leidenschaft.

Und zwar war das so: Mein Kollegin und Netzwerkpartnerin Birte Vogel ist Journalistin und liebt das Genre Porträt. Ihre Fans, Freunde und Kooperationpartner ermutigten sie immer wieder, ihre feinfühligen, sorgsam recherchierten Porträttexte bei einem Verlag unterzubringen. Das tat sie aber nicht – stattdessen gründete sie ihren eigenen Verlag, um in ihrer Arbeit völlig unabhängig zu sein.

Sie beschloss, sich bei den Porträts auf Menschen zu konzentrieren, die ihre Wahlheimat Hannover in irgendeiner Weise geprägt haben – Sportler, Artisten, Kreative, die hinter oder auf der Bühne agieren, Mutige, die eine verrückt wirkende Idee umgesetzt und ihre Existenz darauf gegründet haben, Engagierte und Querdenker … Lauter Personen, die man jederzeit im Alltag auf Hannovers Straßen treffen könnte, ohne zu ahnen, welche fesselnden, rührenden, lustigen oder spannenden Geschichten sie zu erzählen haben. Die Professorin mit der abenteuerlichen Flucht aus der DDR, der Clown, der hinter seine stets heitere Fassade blicken lässt, der Workaholic, der das Wochenende für sich entdeckt hat – es sind Geschichten, die auch diejenigen Leser bewegen können, die nichts mit Hannover anzufangen wissen.

So jedenfalls ging es mir: Mit Hannover verband ich bis dato nichts anderes, als dass ich als Mindener Schülerin in den 1990ern dort den nächsten erreichbaren H&M finden konnte und hin und wieder für pubertäre Shoppingtouren dorthin aufbrach. Hannover war für mich immer nichtssagend; Heimat einer austauschbaren Einkaufszone und der Herrenhäuser Gärten, durch die ich als Kind ein paar Mal meinen Eltern hinterhertrotten musste. Bei der Mitarbeit an diesem Porträtprojekt namens „Hannover persönlich“ habe ich jedoch 14  Menschen kennengelernt, als sei jede einzene von ihnen eine mitreißende Romanfigur. Bei der Arbeit habe ich gelacht und gestaunt, mich über Erfolge der Porträtierten mitgefreut und war über ihre Schicksalsschläge erschüttert. Sie sind mir auch durch die Bilder des Fotografen Dieter Sieg nähergekommen – Momentaufnahmen an Orten, die die Porträtierten für die Interviews ausgewählt haben, weil sie ihnen wichtig sind.

Mein Favorit unter den Texten war und ist die Vorstellung des wunderbaren Hans-Peter Lehmann: Der ehemalige Intendant der Staatsoper Hannover schildert mit einer flammenden Leidenschaft seine Liebe zur Musik, dass seine Worte es mir ganz warm ums Herz werden ließen. Ein Gentleman in Tweed, dem ich wohl auch von Angesicht zu Angesicht stundenlang zuhören könnte.

Es hat mir selten so viel Spaß gemacht, das Herzblutprojekt einer anderen Person zu begleiten – so viel Spaß, dass es zu meinem eigenen Herzblutprojekt wurde. Danke, Birte!

Hannover persönlich
Porträts
von Birte Vogel (Texte)
& Dieter Sieg (Fotos)

Sachbuch
Erschienen: 06.12.2011
Gebunden mit
Schutzumschlag
280 Seiten
Preis: 19,90 € (D)
ISBN 978-3-9814559-0-8
Seewind Verlag

Leseprobe

Geschenke für alle

An einem Donnerstag im endenden Jahr 2011 beginnt es: Ein Weltbild wird in den nächsten Wochen auf den Kopf gestellt – mein Weltbild. Dazu gehört erstens: Westfalen sind stur. Zweitens: Südwestfalen sind ganz besonders stur. Drittens: Behörden legen gerne Steine in Wege.

An diesem Tag, an dem die Wandlung anfängt, werden Angehörige einer südwestfälischen Stadtverwaltung mit herzerwärmender Begeisterung einem unkonventionellen Projekt zustimmen, das eine Gruppe von rund 15 Ehrenamtlichen auf die Beine stellen will. In Siegen soll eine „Givebox“ entstehen. Das ist eine wetterfeste, selbst zusammengezimmerte Holzhütte, 24 Stunden am Tag zugänglich, in der jedermann ausgemusterte Dinge ablegen kann, die für andere Menschen noch einen Wert haben. Bücher, Kleidung, Spielzeug, CDs; was immer das Herz begehrt. Wem etwas gefällt, nimmt es einfach mit, ohne jede Gegenleistung. Rund zehn solcher Hütten gibt es zu diesem Zeitpunkt in Deutschland.

Und dieses Konzept soll nun der Stadt vorgestellt werden. Unkonventionelle Nachbarschaftshilfe und westfälische Sturheit: Geht das überhaupt zusammen? Im Rathaus ist man sofort Ohr – „Das ist ja eine tolle Idee!“, sagt eine der sympathischen Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung, als sie das erste Mal mit den Organisatoren spricht. Der Bürgermeister ist in Windeseile von dem Vorschlag eingenommen. Auf allerkürzestem Dienstweg werden Genehmigungen eingeholt: „Wir erledigen das für Sie!“

Spontan bietet der Ortsvorsteher im anliegenden Rudersdorf eine leerstehende Halle für den Aufbau an. Dort entsteht die Box, wird aber viel massiver, als die Gruppe vermutet hatte – wie soll die schwere Hütte bloß 20 Kilometer bis in die Siegener Innenstadt transportiert werden? Ein weiterer Südwestfale brummt ein freundliches „Machen wir schon“ und stellt kurzerhand einen Lastwagen mit Hebevorrichtung zur Verfügung. Der Transporter rollt an, der Kran kann aber nicht unter das Vordach der Halle greifen – kurz bricht Ratlosigkeit aus. Doch der südwestfälische Himmel schickt einen unbeteiligten Passanten, der das Geschehen beobachtet. „Braucht ihr einen Gabelstapler? Ich hab einen!“ Wie oft erlebt man in seinem Leben, dass ein hilfsbereiter Gabelstaplerfahrer um die Ecke kommt, wenn man nichts dringender als einen Gabelstapler braucht? Das ist Karma, südwestfälischer Art.

Manchmal reagieren sie ein bisschen verlegen, einige dieser Siegerländer: Wenn sie überschüttet werden mit überschwänglichem Dank für ihre tatkräftige Hilfe, dann wird ihnen das fast zu viel; „Schon gut“, brummen sie dann etwas abwehrend, lächeln dabei ein wenig, wollen das aber gar nicht wirklich zeigen. So ein Südwestfale macht eben nicht viele Worte, der packt einfach an, wenn er das für richtig hält, ohne großes Aufhebens.

Schließlich steht sie fix und fertig mitten in Siegen, dank des Segens der Stadt, der Hilfe des Siegerländer Himmels, vieler helfender Hände und brummender, manchmal wortkarger, herzenswarmer Südwestfalen. Und wie reagieren Siegerländer Passanten auf die quietschbunte Holzbox in ihrer Innenstadt? „Ach, das ist ja eine prima Idee, ich hab auch noch schöne Sachen, die ich nicht mehr brauche!“ Das sagen viele von ihnen, wenn sie neugierig vor dem fremden Objekt stehenbleiben.

Manchmal gibt es nichts Schöneres, als wenn das Weltbild plötzlich auf dem Kopf steht. Das kann sich nach dem ersten Schreck fantastisch anfühlen!

Veröffentlicht im SÜDWESTFALEN MANAGER (Ausgabe Januar 2012) unter der Rubrik „Parallelwelten“.

Das Netz im Netz

Liebe Textsektor-Leser,

Julia hatte mit Christa
und mir abgemacht, dass unser Wichtelthema das virtuelle Netzwerken
sein soll. Das Netz im Netz, wenn man so will.

Glücklicherweise geht es mir nicht so wie meiner Comic-Heldin PABBLES,
sonst hätte ich den Texttreff
nicht entdeckt und wäre vermutlich auch keine Autorin. Oder es wäre
sehr viel schwieriger geworden. Denn meine Autorenkarriere begann
bereits 1999 in einer Mütter-Mailingliste.

PabblesNetzwerken_fertig

Einer der Mütter dort gefiel der Schreibstil meiner Mails. Sie war der
Meinung, ich solle daraus etwas machen und gab mir in ihrer
Eigenschaft als Lektorin eines österreichischen Familienmagazins den
Auftrag, einen Artikel für das Blatt zu schreiben. Damit fing im
Prinzip meine Schreibkarriere an.

Im Frühjahr 2002 erfuhr ich durch den mediafon-Newsletter vom Texttreff,
den ich bereits nach wenigen Wochen mein virtuelles Großraumbüro
nannte. Etwas, das von unschätzbaren Wert ist, wenn man ohne Kollegen
aus Fleisch und Blut arbeitet. Dass es sich um das beste Netzwerk
überhaupt handelte, lernte ich erst im Laufe der Jahre.

Die ersten Buchveröffentlichungen

Zunächst entstanden zwei meiner Bücher durch Textinen-Networking. Das
erste Projekt war gleichzeitig das erste Textinenbuch überhaupt: “Mama
im Job”, ein Ratgeber für berufstätige Mütter. Textine Karina Matejcek fragte mich, ob ich
mir vorstellen könne, gemeinsam mit ihr einen solchen Ratgeber zu
schreiben. Ich konnte. Und nur ein knappes Jahr nach dieser Anfrage,
lag “Mama im Job’” in den Buchläden. Der Text war in einem Mailwechsel
über rd. 1.000 Kilometer Entfernung entstanden.

Das zweite Buch habe ich Textine Momo Evers zu verdanken, die
mich für den ersten Band einer neuen Krimireihe gewinnen wollte. “Wer
zuletzt lacht, lebt noch” erschien 2006 und wäre ebenfalls ohne das
virtuelle Networking im Texttreff nicht geschrieben und veröffentlicht
worden.

Online oder offline netzwerken?

Ich tausch(t)e mich natürlich auch mit anderen Autorengruppen aus,
bekam hier einen Tipp, in welchem Verlag ein bestimmtes Thema gesucht
wurde und konnte da jemandem weiterhelfen, der sich gerade in seinem
Manuskript verhakt hatte. Netzwerken ist ein Geben und Nehmen – egal
ob in den Weiten des Internets oder in der realen Welt, wobei die
Übergänge mittlerweile längst fließend sind. Viele Menschen, die ich
zunächst nur online kannte, sind mir im Laufe der Jahre IRL ans Herz
gewachsen. Und ich würde nicht sagen, dass die Qualität eine andere
ist – ob es sich um das kleinste Netzwerk ‘Familie’ handelt, das schon
in der Steinzeit funktionierte, um die Herren im Rotary-Club oder um
die Followerpower bei Twitter, hinter der ja auch echte Menschen
stecken, von denen ich etliche längst offline getroffen und schätzen
gelernt habe.

Hilf, und dir wird geholfen

Netze können auch auffangen, und das Internet ist sensationell, wenn
es darum geht, Menschen in Notlagen zu helfen. Ob mit Spenden oder
tatkräftiger Unterstützung – wenn in einer Community jemand in
echte Not gerät
, wird er nicht alleine gelassen.

Wenn die Muse streikt

Doch um auf den Job zurückzukommen: ohne virtuelles Networking liefe
mitunter gar nichts. Wenn andere Menschen mal eben ein Brainstorming
im Büro durchführen, sitze ich am Rechner und zermartere mir alleine
das Hirn, bis ich dann doch zum virtuellen Gehirnsturm im viel
zitierten Texttreff aufrufe. Auch wenn ich einen Tritt in den Hintern
brauche, weil ich wieder mal alles mache, nur nicht an meinem
Manuskript arbeiten – auf das Internet ist Verlass. Ebenso helfe ich
anderen ihre Schweinehunde und streikenden Musen zu bezwingen.

Menschen aus meiner Vor-Internetzeit können das alles nicht, weil sie
völlig andere Interessen, Berufe und Online-Zeiten (wenn überhaupt!)
haben.

Ich hoffe, es gibt bis in alle Ewigkeit Strom auf der Erde.

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Gastbeitrag von Petra A. Bauer - und niemals zuvor war mein Blog so schön illustriert wie mit PABBLES! ;-) Ein weiterer Beitrag der Aktion Texttreff-Blogwichteln.

Virtuelle Netzwerke – das pralle Leben. Auch real.

Gastbeitrag von Christa Goede.

Virtuelle Netzwerke sind unverzichtbar für alle Menschen, die das Internet zu einem Teil ihrer Lebenswelten gemacht haben. Die Plattformen dienen der Präsentation der eigenen Arbeit, der intensiven Freundespflege und häufig auch der reinen, puren Prokrastination. Manche Netzwerke schaffen es sogar, alle drei Zwecke zu erfüllen.

Aktive Netzwerker stellen aber ganz schnell fest, dass das, was sie tun, gar nicht so virtuell ist: Bei Xing finden sich Kollegen aus dem realen Leben, auf Google+ und Facebook pflegt man eine illustre Mischung aus Geschäftskontakten und Busenfreunden. Reale und virtuelle Bekanntschaften lassen sich nicht mehr trennen. Und auch die Freizeit- und Arbeitswelten vermischen sich. Immer weiter und weiter.

Netzwerken ist eine tolle Beschäftigung für alle Menschen, die gerne kommunizieren – ich bin so ein Mensch. Doch leider muss ich auch mal Geld verdienen. Deswegen beschränke ich mich auf vier Plattformen:

Xing: Der Ort für glamouröse Selbstdarsteller mit tollen Berufsbezeichnungen. Die Mitglieder geben sich stets seriös und um die Außenrepräsentation bemüht. Außer in den Foren: Da wird die Sau rausgelassen, es finden sich alle Arten von direkten oder perfiden Beschimpfungen, extreme Dumping-Angebote und Leute, die jede interessante Diskussion in eine tranige Eigen-PR-Mitteilung verwandeln können. In Nullkommanix.

Facebook: halbseriöse, halbseidene Spielwiese mit einer schrägen Mischung aus verrückten Privatseiten und geschäftlichen Fanpages. Nur zu empfehlen für Leute, die genau auf die Pflege ihrer Freundeslisten achten und die Regeln fürs konfliktfreie Posten aus dem FF beherrschen.
Das Geheimrezept für Neumitglieder: Unbedingt einmal pro Woche Catcontent posten. Denn 99,99 % aller Facebook-Mitglieder stehen total auf Katzen. Miezenbildchen, -filmchen oder -textchen sorgen für eine reich gefüllte Freundesliste! Garantiert!

Google+: Experten unter sich. Von Tausenden von Menschen wird gekreist, was das Zeug hält, aber geschrieben wird von den immer gleichen Social-Media-Koryphäen. Für Spanner und Exhibitionisten gleichermaßen zu empfehlen.
Achtung: Facebook-Mitglieder erleiden bei Google+ mehrfach täglich ein Déjà-vu wegen der Crosspostings. Oder umgekehrt.

Texttreff: DAS Lieblingsnetzwerk vieler toller Frauen aus der schreibenden Zunft (Textinen genannt). Hier finden sich kreative Ping-Pong-Spielerinnen, konzeptionell denkende Sparrings-Partnerinnen, großartige Ideen- und Stichwort-Geberinnen und wertvolle Tipps zur Jobsuche oder Akquise. Außerdem gibt’s hier noch offene, sehr liebevolle Ohren für die kleinen und großen Probleme des Alltags, perfekte Köchinnen mit großartigen Rezepten, reale Diätcoaches und virtuelle Nichtraucher-werden-Beraterinnen. Textinen sind einfach immer da. Und mit Herz dabei.

Genau deshalb habe ich diesen Text geschrieben: weil Julia und ich stolze, zufriedene und glückliche Textinen sind! Und weil wir im Texttreff „Blogwichteln“ betreiben. Das heißt, Julia schrieb einen Text für meinen Blog, ich schrieb diesen Text für ihren Blog. Genau wie 45 andere Texttreff-Frauen mit insgesamt 55 Blogs füreinander Beiträge schreiben. Zu Weihnachten.

Eine herrliche Idee, oder?

Besuch!

Mein Blog soll doch wieder belebter werden, das liegt mir schwer am Herzen. Und deshalb habe ich Besuch eingeladen: In ein paar Tagen werden die Autorin Petra A. Bauer und die Texterin Christa Goede in den Textsektor kommen und hier einen Gastbeitrag veröffentlichen. Wir alle nehmen am Blogwicheln teil, einer Aktion unseres Netzwerks Texttreff, bei der Bloggerinnen sich in den nächsten Wochen gegenseitig bebloggen.

Ich selber werde in Christas Textschneiderei und für McCoys Dogblog schreiben. Im Auftrag, quasi. Bin doch Auftrags-Schreiberline – für andere zu schreiben fällt mir eben oft leichter als für sich selbst …

Ich freue mich sehr auf meine Gäste! Stay tuned, hier wird es bald spannend!

Ein Anfang!

“Mehr bloggen” ist einer der guten Vorsätze, die ich gestern aufgelistet hab. Erst mal ist es natürlich sinnvoll, darüber nachzudenken, warum ich so selten blogge, obwohl mein Output im Netz – sei es auf Facebook, sei es (mittlerweile selten) über Twitter, sei es auf Google+ – eigentlich recht beachtlich ist. (Ich meine damit: Ich gebe doch auch sonst überall und jederzeit meinen Senf dazu – warum bloß in meinem eigenen Blog so selten?)

Vor ein paar Wochen schrieb Sascha Lobo auf Facebook (ja, auf Facebook, nicht in seinem Blog!), warum er selber sein Blog vernachlässige und andere Medien für die Veröffentlichung kurzer Gedanken nutze: Weil Blogs eine “Rückseite” haben, ein Backend, das das Posten umständlich macht – zumindest umständlicher, als es anderswo ist.

Und ja, ich weiß, was er meint: Bei Facebook ist ein schneller Gedanke mal eben aufgeschrieben, mit passendem Link versehen, ein Bild fix hochgeladen. Das geht rasend schnell. Bloggen dagegen ist ein bisschen wie Briefe schreiben, obwohl es doch E-Mails gibt.

Um gegen die Hemmschwelle anzukämpfen, habe ich mit Markus Möller Hilfe heute mal ein paar WordPress-Plugins ausprobiert, mit denen der Blogger gleich im Frontend losschreiben kann. Anders als Sascha Lobo hat uns leider keines überzeugt, auch nicht dessen Empfehlung Quick Post Widget, weil sich mit keinem der getesteten Plugins schnell Bilder hochladen lassen.

Aber überhaupt mal rumzugucken, war immerhin ein erster Schritt auf dem Weg, meine Vorsätze zu erfüllen. “Wull?”, wie der Siegerländer da gerne hinzufügt.

Was passieren wird, wenn nichts verhindert, dass es passiert

Ich muss mich dringend mal selber ein bisschen unter Druck setzen. Und das klappt am besten, indem man seine Vorsätze öffentlich macht – die Angst, sich bei Nichterfüllung kläglich zu blamieren, wirkt hoffentlich wie ein Motivationsmotor.
Ich erkläre hiermit den heutigen 16. November zum Tag der guten Vorsätze fürs neue Jahr – das ich wiederum wie alle anderen Menschen am 1. Januar beginnen lasse. (Auf die Weise habe ich ein bisschen Vorbereitungszeit.)

Here we go:

  • Ab 1. Januar 2012 werde ich wieder regelmäßig bloggen – und damit meine ich nicht “regelmäßig zweimal im Jahr”. Sondern mit vernünftiger Schlagzahl. Mindestens zweimal die Woche. Oder so. Ich hab mit diesem Blog schließlich mal aus Freude am Schreiben angefangen. Und die Freude ist auch noch da – ich vergesse die Bloggerei bloß inzwischen fast völlig. Ach!
  • Ab 1. Januar 2012 werde ich mein Herzensprojekt endlich mit Ernsthaftigkeit in Angriff nehmen und mein Literaturquiz-Blog vorantreiben. (Ja, vor gefühlten tausend Jahren hab ich mal die Domain www.literaturquiz.net registriert, um dort regelmäßig Gewinnspiele zu Autoren, Büchern und literarischen Epochen zu veröffentlichen; einfach so aus Spaß an der Sache. Und nein, dort ist seitdem nichts passiert. Seufz.)
  • Schon zum 1. Januar möchte ich mit der URL www.wanderpartys.de online gehen. Wanderpartys sind gesellige Ausflüge in eine baumreiche Gegend mit einer redefreudigen Großgruppe, die man aus keinem anderen Grund zusammentrommelt, als gemeinsam an Lebensfreude zu gewinnen. Oder Cellulite zu bekämpfen – warum man mitmacht, darf man sich gerne ganz alleine aussuchen. (Ich mach’s jedenfalls wegen Lebensfreude, jetzt ernsthaft!) Das Konzept funktioniert so: Man bewegt sich, kriegt gute Laune und hat am Abend nach der Lauferei die ganze Welt lieb. Meine neue Seite, www.wanderpartys.de, soll zum einen dazu dienen, zukünftige Partys effektiv zu organisieren, und zum anderen dazu, das Konzept so anschaulich zu machen, dass es Nachahmer findet. (Um die Lebensfreude zu verbreiten – ist gut fürs Karmakonto!)
  • Ich traue mich kaum, davon anzufangen – aber tatsächlich soll ja schon seit Monaten endlich meine neue berufliche Website entstehen. Nein: entstanden sein! Laut Zeitplan habe ich seit 1. März 2011 eine neue URL, auf der die Welt erfährt, dass mein neuer beruflicher Schwerpunkt auf Corporate Publishing liegt … Hm: Vielleicht wäre der 1. März 2012 ja ein passender neuer Termin für meinen Relaunch? Ob ich den mal festhalten soll?

An meinen Taten soll man meine Worte messen! Ja, ich hab ein wenig Angst vor der eigenen Courage. Aber ganz ehrlich: Ich glaube sicher, zum neuen Jahr wird sich was tun …

Klau nicht

In Dresden gesehen.