Deutsch für Geflüchtete (2): Der erste Kurs

Über mein erstes Deutschkurs-Erlebnis wollte ich eigentlich direkt nach meiner Rückkehr nach Hause schreiben – und es ging nicht. Ich war so voll mit Eindrücken, dass sie mich sprachlos gemacht haben. So voll, dass ich dringend Zeit benötigte, um einen Schritt zurückzutreten von all den vielen Gefühlen und Gedanken. Und vielleicht ist das sogar die stärkste Erkenntnis nach diesem ersten Tag:

Ich muss durchatmen und erst mal zurücktreten. Ein bisschen Distanz gewinnen.

Dass es wahrscheinlich ganz anders werden würde, als ich mir vorher ausgemalt hatte, hatte ich mir sogar ausgemalt – aber dann war es ein ganz anderes “Anders”, als ich hätte vermuten können.

Die Nachricht vom neuen Kurs hatte noch gar nicht wirklich die Runde im Heim gemacht, das hatte mir mein Ansprechpartner bei meiner Ankunft schon sachte beigebracht – um mich nicht am ersten Tag mit einem Ansturm zu überfordern, so deutete er an. Deshalb schien aber kaum jemand überhaupt von diesem Angebot erfahren zu haben. Bis wir gemeinsam den umfunktionierten Raum betraten – der eigentlich als Begrüßungszimmer für Neuankömmlinge dient -, hatten wir beide keinen blassen Schimmer, ob überhaupt jemand da sein würde.

Anwesend waren: zwei kleine Jungs. Den kleineren schätze ich auf 7 oder 8, den größeren auf höchstens 10. Zwei Kinder, sonst niemand: Damit hatte ich nicht gerechnet. Und war auch nicht wirklich kindgerecht vorbereitet.

Die beiden saßen da mit ihren großen, neugierigen Kinderaugen in diesen aufgeschlossenen, etwas schüchternen Kindergesichtern – und waren äußerst willig zu lernen. “Guten Tag”, haben wir als Erstes geübt. Das haben sie wunderbar hinbekommen. Ich wollte gerne die Tür auflassen, falls noch verspätete Interessenten kommen würden, mein kleinerer Schüler war entschlossen, sie zu schließen, weil es auf dem Flur sehr laut war und störende Geräusche ins Unterrichtszimmer drangen. Unser Kompromiss war, die Tür immer wieder zu öffnen und zu schließen, um auf diese Weise “auf” und “zu” zu üben – beim “zu” tat ich so, als würde ich meine Hand niesen, das fanden die beiden anscheinend ganz lustig und ahmten mich nach. “Guten Tag”, “auf”, “zu”, das bekamen wir ziemlich schnell hin, die beiden waren zum Niederknien pfiffig. Die Vorstellung der eigenen Identität gestaltete sich viel schwieriger, denn es gab jemanden, der beim “Ich heiße” versagte – und dieser Jemand war ich.

Während mein älterer Schüler einen Namen trug, dessen Klang mir vertraut war und den ich sofort wiederholen konnte, hatte mein kleiner Schüler einen Namen, an dessen Aussprache ich bis zum Schluss gescheitert bin. So sehr er sich bemühte, ihn mir vorzusprechen – ich konnte ihn einfach nicht zu seiner Zufriedenheit wiederholen. In seiner Verzweiflung, dass er es mit einer Schülerin zu tun hatte, die so schwer von Begriff war, schnappte er sich beherzt die Kreide und schritt zur Tafel:

Birjar

Tja …

Vielleicht kann mir ja jemand mit den entsprechenden Sprachkenntnissen verraten, wie dieser Name richtig ausgesprochen wird? Ich habe “Birjar” verstanden, aber anhand der dramatischen Gesten meines kleinen Gegenübers habe ich begriffen: So heißt er nicht.

Nach etwa 15 Minuten, die ausgereicht hatten für ein paar Wiederholungen von “Guten Tag”, “Ich heiße …”, “Wie heißt du?” und sehr vielen Wiederholungen von “auf” und “zu” (um sicher zu sein, dass die Kinder wirklich verstanden hatten, was wir da an der Tür lernen wollten, öffnete ich zur Sicherheit auch mal das Fenster, und klar, sie waren ja pfiffig, sie schafften  die Transferleistung sofort), bekamen wir Zuwachs von zwei erwachsenen Männer. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mein Erwachsenen-Konzept gerade aufgeben wollen und wollte eigentlich beginnen, mit den beiden Kindern ein Spiel zu spielen, um an Spielfiguren Farben und Zahlen zu lernen. Dieser Cut – nun saßen zwei ziemlich kleine Kinder und zwei erwachsene Männer, die Englisch sprachen, vor mir – war nicht einfach. Immerhin: Die Männer konnten im Folgenden für die Kinder übersetzen, wenn ich sie darum bat.

Denn alle vier kamen aus Syrien – “Süüüüüürien, wie Tüüüüüüür.” “Sierien?” “Nein, Süüüürien.” “Siiiiirien.” “Süüüüüürien.” “Siiiiiirien?” “Süüüüürien.” “Süüüürien?” “Ja! Sehr gut!” “Ah: Sehr gut!” -, das hat die Gruppe dann doch wieder recht homogen gemacht. Für die Zukunft: Es wird wirklich sehr viel schwieriger, wenn die Gruppe keine gemeinsame Sprachbasis mehr haben sollte, das steht fest.

Unsere Gruppe ergänzte dann schließlich später noch ein weiterer kleiner Junge – Grundschulalter, auch etwa 8 Jahre alt. Kindercharme in Massen. Unfassbar, wie viel Neugier auf die Welt, wie viel Liebenswürdigkeit, wie viel Offenheit diese Kinder ausstrahlen. Kein Stören, keine Zappligkeit. Fast zu perfekt, um wahr zu sein.

Zwei Frauen steckten zwischendurch noch neugierig die Nasen durch die Tür. Ob sie teilnehmen möchten, fragte ich sie. Ganz überrascht die Antwort, dass sie gar nicht wussten, dass es diesen Kurs gibt, ob sie auch nächste Woche kommen dürften? Jetzt seien sie gerade “busy”. Klar können sie. Wenn sie dann noch immer auf ihren Transfer in der Erstaufnahmeeinrichtung warten, werden sie herzlich willkommen sein.

 

Was gut geklappt hat:

  • Meine Gruppe hätte nicht wissbegieriger, liebenswürdiger, sympathischer und eifriger sein können.
  • Keine Berührungsängste, was den Umgang mit lateinischen Buchstaben betraf: Die englischsprachigen Männer baten mich bei allen neuen deutschen Ausdrücken, dass ich sie für sie an die Tafel schreibe – und auch meine drei Mini-Schützlinge malten die Buchstaben eifrig ab. Ob sie schon vorher Kontakt mit lateinischer Schrift hatten, kann ich nicht einschätzen, ob sie lesen können, was sie da aufgeschrieben haben: Keine Ahnung. Aber sie waren mit so viel Feuereifer dabei, dass sie zumindest nicht gelangweilt wirkten.
  • Manche Phrasen ergaben sich einfach aus der Situation: So wie das “auf” und “zu” bei der ungelösten Türfrage (Lassen wir sie auf, machen wir sie zu?) auf der Hand lag. Ich stand zum Beispiel einmal ungünstig vor der Tafel, sodass meine Schüler die Schrift nicht lesen konnten. Mein strenger kleiner Lehrer, dessen Namen ich bis zum Schluss nicht aussprechen konnte, versuchte hilflos, mir klarzumachen, dass ich zur Seite treten müsse, damit er die Buchstaben weiter abmalen kann. Ich bat um “Entschuldigung” – und habe versucht zu erklären, dass “Entschuldigung” auch der Begriff ist, mit dem man jemanden darum bitten kann, vorbeigelassen zu werden.
  • Genau für diese Situation bat ich die Kinder, sich vor mich zu stellen. Mit dramatischen, übertrieben Gesten versuchte ich nun, mich an ihnen vorbeizuwinden, und sagte dabei “Entschuldigung” mit fragender Hebung meiner Stimme am Ende. Ich hatte den Eindruck, dass allen klar war, was ich ihnen verdeutlichen möchte. Ich spielte die Situation ein paar Mal vor, und irgendwann lösten sich die Fragezeichen in den Gesichtern auf.
  • Ziemlich sicher bin ich, dass mindestens “Guten Tag”, “Süüüüürien”, “Bitte”, “Danke”, “auf” und “zu” hängen geblieben sein könnten – wann immer ich diese Phrasen abfragte, konnten alle, einschließlich der Kinder, sie wachrufen. Auf die Frage “Wie heißt du?” bzw. “Wie heißen Sie?” wussten immerhin alle immer wieder sofort mit ihrem Namen zu reagieren – die Antwort “Ich heiße …” fiel jedoch allen bis zum Schluss schwer. Dass sie es am Folgetag noch sagen konnten, bezweifle ich. Ich habe aber die Hoffnung, dass sie immerhin die Frage verstehen würden, wenn sie an sie gerichtet wird.

Was noch besser werden muss:

  • Das Heim und ich sollten uns trauen, etwas offensiver über den Kurs zu informieren. Allerdings: Ich hatte schon bei meinen fünf Schützlingen das Gefühl, es sind genug Personen: Ich konnte grade noch immer wieder mit allen interagieren. Ich muss mir unbedingt ein anderes Vorgehen ausdenken, falls der Raum mal voll werden sollte.
  • Durch das Mini-Chaos, das durch die Nachzügler entstanden war, bin ich nicht mehr auf die naheliegende Idee gekommen, die Stuhlreihen aufzulösen und einen kleinen Stuhlkreis zu bilden. Das hätte nun wahrlich auf der Hand gelegen. So saßen die Erwachsenen in der zweiten, die Kinder in der ersten Reihe, und es gab keine schöne Gesprächssituation.
  • Die Idee mit dem kleinen Rollenspiel, bei dem ich die Kinder einbezogen habe, um “Vorbeigelassenwerden” zu demonstrieren, hat gut funktioniert.  Ich werde mir mehr solcher nachgestellter Situationen einfallen lassen, bei denen ich die Anwesenden einbeziehen kann.
  • Ich hasse es, an Tafeln zu schreiben: Es ist langsam und oft unleserlich. Große bunte Tonkartons sind die bessere Alternative, denke ich.
  • Mehr spielerische Elemente! Das könnte auch die Situation entspannen, wenn künftig mehr Menschen anwesend sind. Vielleicht fällt mir etwas mit Fangen, Werfen, Erraten .. ein. Es muss simple  Spiele mit wenigen Regeln geben, die man in einem Stuhlkreis spielen kann. Rechercheaufgabe bis zum nächsten Mal! Das ist vielleicht auch eine Methode, Kinder und Erwachsene gleichermaßen einzubeziehen, ohne dass die Kinder zu kurz kommen.
  • Ich brauche mehr Distanz. An diesem ersten Tag haben mich so viele Eindrücke bewegt, dass ich mich zeitweise geradezu gelähmt gefühlt habe. Das ist nicht produktiv und führt zu einer wehleidigen Abwärtsspirale. Da war zum Beispiel dieser Moment, in dem mir klar wurde: Wenn diese zauberhaften Kinder, die man so leicht ins Herz schließen kann, nicht hier wären – dann wären sie jetzt in Syrien. In Syrien, wo Bomben fallen und Fanatiker unbeteiligte Menschen abschlachten. Das war ein Augenblick, in dem ich fast aus der Rolle gefallen wäre. Und das hilft niemandem. Rührseligkeit hilft einfach nicht. Dann war da der Moment, in dem der Kurs schnell beendet werden musste, weil eine etwa 40-köpfige Gruppe Neuankömmlinge direkt aus dem Reisebus in unseren Unterrichtsraum – der ja eigentlich der Aufnahmeraum ist – gebracht wurde. Alle 40 Menschen liefen an mir vorbei – sahen müde aus, hatten sämtliche ihrer Habseligkeiten dabei, sahen orientierungslos aus, hatten ihre Babys teilweise in drei Decken gleichzeitig fest an den Körper gedrückt. Und alle sahen mich an, weil sie nicht wussten, wer ich bin, schauten mich furchtbar unsicher an, nickten mir unsicher zu … Und ich konnte nur verlegen lächeln, weil ich mich verlegen fühlte.  Aber Verlegenheit hilft so wenig wie Rührseligkeit, nämlich niemandem. Und dann war da der Moment, als ich nach dem Kurs meine erwachsenen Schüler vor der Tür des Gebäudes wiedertraf und die Geschichten der beiden erfuhr, die mich mitgenommen haben, aber die ich hier nicht erzählen möchte, weil es private Geschichten anderer Menschen sind. Geschichten, die nicht mir gehören. Nur eine kleine Erzählung möchte ich wiedergeben: Warum es ihm so wichtig sei, Deutsch zu lernen, erklärte der eine der beiden; er sei vor ein paar Tagen im Ort gewesen und wollte eine Frau auf Englisch nach dem Weg zur Bushaltestelle fragen, die Frau habe sofort ängstlich reagiert und abwehrend ihre Arme nach oben gerissen, ganz erschrocken habe sie gewirkt. Als er dann eines seiner deutschen Wörter benutzt habe, “Bahnhof”, da habe sie sich sofort beruhigt, habe ihn verstanden und ihm freundlich die Richtung gewiesen. Deshalb müsse er mehr Deutsch lernen, damit die Menschen keine Angst vor ihm haben, wenn er sie anspricht … In diesem Augenblick habe ich mich schuldig gefühlt. Weil ich doch nur so wenige, wenige Wörter für sein neues Vokabular habe, weil ich ihm gar nicht viel beibringen kann in der wenigen Zeit, die zur Verfügung steht. Und Schuldgefühle helfen nun mal auch keinem Menschen! (Außerdem sind sie albern, weil Asylsuchende ja einen Rechtsanspruch auf Sprachunterricht haben, der aber sinnvollerweise erst dann offiziell beginnt, wenn sie nicht mehr in der Übergangssituation eines Erstaufnahmeheims leben – das ist ja durchaus nachvollziehbar.)

Mein Fazit:

Es gibt noch viel Luft nach oben in allen Bereichen. Das Wichtigste ist aber erst mal: Mehr spielerische Elemente. Und mehr innere Distanz, die mir hilft, die lähmenden, sinnlosen und überhaupt nicht hilfreichen Emotionen loszulassen.

Nächste Woche geht es weiter. Ich habe immer noch Lampenfieber.

Deutsch für Geflüchtete: Am Tag vorher

Ich werde in dieser Woche beginnen, in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende einen Deutschkurs zu geben. Es ist ein bisschen anmaßend von mir, das zu tun, weil ich keinerlei qualifizierende Ausbildung für einen solchen Kurs habe. Ich hab nur ein bisschen Charme, eine gute Portion Sprachverständnis, ein Quäntchen Selbstvertrauen und ein Paket Hilfsbereitschaft. Sonst nix.

Ich werde versuchen, in den nächsten Wochen aufzuzeichnen, was ich im Kurs für eigene Erfahrungen mache, welche Ideen funktionieren, welche Ideen grandios scheitern, was ich richtig mache, was ich falsch mache. Ich hoffe, dass ich jedes Mal ein bisschen besser darin werde, den Asylsuchenden ein wenig für ihre ersten Schritte auf deutschem Boden mitzugeben. (Denn das Wohnheim, in dem ich den Kurs gebe, ist ihre erste offizielle Station in Deutschland, ein Warteplatz, von dem aus sich entscheidet, wo sie die Entscheidung über ihre Zukunft abwarten müssen.)

Rahmenbedingungen

Eigentlich habe ich keinerlei Ahnung, wie die Rahmenbedingungen aussehen. Bis zu 30 Personen könnten teilnehmen (was für einen Einführungskurs in eine Fremdsprache natürlich enorm viel, eigentlich viel zu viel wäre): Es könnten Akademiker/-innen darunter sein, die schon Erfahrung im Lernen einer Fremdsprache haben, es könnten Analphabet/-innen sein, die weder Englisch noch Französisch sprechen, es könnte eine Mischung aus Menschen mit hohem und niedrigem Bildungsgrad zusammenkommen, es könnten lauter Kinder anwesend sein … Vielleicht werden nur 3 Personen vor mir sitzen, vielleicht 30. Vielleicht können manche schon ein paar Brocken Deutsch, vielleicht niemand. Ich weiß, dass ich eine Tafel zur Verfügung haben werde. Und ziemlich sicher bin ich, dass ich kaum jemals einen Schüler oder eine Schülerin ein zweites Mal zu Gesicht bekomme, dafür sind die Menschen zu kurz im Übergangswohnheim.

Rahmenbedingung ist, dass ich die Rahmenbedingungen nicht kenne. Und das Woche für Woche aufs Neue.

Ziele

Kein Kurs ohne Ziel. Aber wie definiert man ein Ziel, wenn man nicht weiß, mit welchen oder wie vielen Menschen und welchem Kenntnisstand man es zu tun haben wird?

Irgendwo muss ich aber anfangen. Und deshalb ist mein Ziel, dass meine Teilnehmer/-innen zumindest folgende Phrasen ein paar Mal nachgesprochen haben bzw. gehört und beantworten konnten (in der Hoffnung, dass sie sich einige davon auch merken werden):

Begrüßung: “Guten Tag.”

Vorstellung: “Mein Name ist …” / “Ich komme aus (Deutschland/Syrien/Nigeria …)” (Eine Weltkarte werde ich zum Zeigen bei mir haben.)

Einfache Antworten: “Ja.” “Nein.” (Auf die Nachfragen: “Heißen Sie …?” “Kommen Sie aus …?”)

Einfache Bewertung: “Gut!” (Ein “Schlecht!” dagegen werden meine Schützlinge nicht kennenlernen, es soll ja ein frustloses Erlebnis werden, da gibt es natürlich kein “Schlecht”. ;-))

Gegenstand überreichen/annehmen: “Bitte sehr.” / “Danke sehr.” (Ich habe in den vergangenen Tagen sehr erfolgreich Dutzende Kugelschreiber als Werbegeschenke von Unternehmen geschnorrt, die ich zu diesem Zweck verteilen kann.)

Verabschiedung: “Auf Wiedersehen.”

Improvisation

Wenn meine Gegenüber deutlich mehr Grundkenntnisse haben als angenommen und die geplanten Phrasen schon beherrschen, wird mir erst mal nichts anderes übrig bleiben, als mich auf ihre Wünsche einzulassen. Was sind ihre Alltagsbedürfnisse? Welche deutschen Ausdrücke benötigen sie? Wie kann ich sie unterstützen?

Sollte es eine gemischte Gruppe aus Personen mit Grundkenntnissen und gänzlich ohne deutschen (oder auch englischen und französischen) Wortschatz sein, hoffe ich, dass es mir gelingt, die Kundigen in meine kleinen Rollenspiele für die Unkundigen einzubeziehen. Begrüßung, Vorstellung, Danke und Bitte – das zu vermitteln gelingt vermutlich sogar noch besser, wenn ich jemanden an der Seite habe, der die Mini-Dialoge mit mir zusammen vorspricht. (An der Stelle kann es ganz prima werden oder mächtig in die Hose gehen. Das ist ja das Spannende am Improvisieren.)

Sorgen

Meine Sorge ist, Frusterlebnisse zu schaffen. Lernerfahrungen funktionieren nicht, wenn im Lernumfeld Frust entsteht – das behaupte ich ohne pädagogische Ausbildung, einfach aus eigener Frusterfahrung heraus.

Welche Schreckensszenarien mir zu denken geben:

  • Ich überfordere, wenn ich beim Vorsprechen der Phrasen erhoffe, dass meine Absicht, mein Gegenüber soll die Phrase anpassen und nachsprechen (“Wie ist Ihr Name?” – “Mein Name ist …”), verstanden wird. Was, wenn niemand versteht, was ich möchte?
  • Ich unterfordere, weil der Kenntnisstand meines Gegenübers höher ist als erhofft und seine Erwartung an die Lernziele entsprechend hoch (höher, als ich erfüllen kann).
  • Ich löse gegen meine Absicht Scham aus, wenn ich Stift und Papier anbiete und mein Gegenüber keine Schreib- und Leseerfahrung hat. (Sollte ich lieber auf Stift und Papier verzichten, um dieses Risiko nicht einzugehen? Das werde ich wohl spontan entscheiden müssen.)

Verworfen habe ich …

… eine Idee, die mir beim ersten Konzept noch sinnvoll erschien: Ich gehe davon aus, dass zumindest irgendjemand im Raum etwas Deutsch (unwahrscheinlich), etwas Englisch (ziemlich wahrscheinlich), etwas Französisch (vermutlich) spechen wird. Ich nahm zunächst an, es wäre eine gute Idee, nach einer ersten Abfrage der Sprachkenntnisse für meine spätere Orientierung “Abzeichen” nach Farbcode zu verteilen: Jemanden mit einem gelben Kärtchen vor sich auf dem Tisch kann ich im “Verständigungs-Notfall” auf Englisch ansprechen, jemanden mit blauem Kärtchen begrenzt auf Deutsch, jemanden mit weißem Kärtchen auf Französisch – oder so. Dann ist mir klargeworden, wie unangnehm und unangemessen “Kategorisierung” wirken könnte: wie eine Brandmarkung. Oder eine Auszeichnung – und jemand ohne Kenntnisse geht dabei leer aus und wird davon frustriert, noch ehe der eigentliche Spaß losgeht. Igitt! So arglos und pragmatisch die Idee gedacht war, sie ist mir zu heikel. Ich werde mir schon irgendwie merken, mit wem ich mich wie verständigen kann. Und falls es gelingt, von Anfang bis Ende (mit Händen und Füßen, wenn es sein muss) nur auf Deutsch zu verdeutlichen, was ich möchte: Umso besser!

Ich suche noch …

… den internationalen Code für Lachen. Ich hoffe auf eine lockere und eher spielerische Atmosphäre. Wenn es keine gemeinsame Sprache für Wortwitz gibt – was kann dann für Erheiterung sorgen? Slapstick? Ich habe nicht vor, clownesk zu stürzen, dafür fehlt mir das komödiantische Talent. Lustige Requistiten? Ich bin einfallslos. Mir fällt bislang weder ein Spiel noch ein Spaß ein, nichts, was ohne Sprache funktioniert.

Hoffnung

Mehr noch, als dass meine Schülerinnen und Schüler ein paar deutsche Brocken mitnehmen, erhoffe ich, dass ich ihnen eine Atmosphäre des Wohlfühlens schaffen kann:

  • Schön, dass du* da bist.
  • Hier sind Menschen, die dich* ernst nehmen.
  • Hier ist ein Angebot, dass dir* hoffentlich ein wenig hilft, dich im fremden Land ein bisschen besser zurechtzufinden.
  • Hab Spaß, fühl dich* bitte eine Stunde lang wohl!

*Ich werde im Kurs natürlich respektvoll siezen, nicht duzen. Herausfordernd wird es, wenn auch Kinder anwesend sind und ich den Unterschied zwischen “Du” und “Sie” verdeutlichen muss.

Meine Rolle …

… ist die einer Schülerin, die von einer unbekannten Zahl von Lehrerinnen und Lehrer darin unterwiesen wird, wie das eigentlich geht, was sie sich vorgenommen hat. Ich hüpfe ins kalte Wasser und hoffe auf mildes Urteil und nachsichtige Behandlung derjenigen, die mich in den kommenden Wochen lehren werden, wie es besser geht. ;-)

Blogstöckchen gefangen! “Liebster Best Blog Award”

Jasmin von Minsworld hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen. (Genau genommen hatte sie mein Zombie-Blog beworfen, aber das liegt im Moment ziemlich auf Eis, deshalb fange ich es hier auf.) Ich behaupte nicht, dass ich die Entstehung des irritierenden Namens “Liebster Best Blog Award” des Blogstöckchens komplett (oder auch nur teilweise) verstanden hätte – relativ sicher bin ich: Ich soll 10 Fragen beantworten und das Stöckchen dann weitergeben. Allerdings steht bei Jasmin auch gegen Ende der diversen Regelwerke: Macht, was ihr wollt. Öhm, ja, ich beantworte dann mal, was Jasmin beantwortet hat.

Auf geht’s:

1. Sollte das Leben einen Sinn haben?

Jeder Mensch hat das Recht auf die Menge und Form von Sinnlosigkeit, die er sich aussucht.

2. Kann ein grottenschlechtes Ende einen brillanten Film total versauen? Oder wird dadurch nur ein mittelmäßiger Film daraus?

Mir fällt kein Beispiel für einen tollen Film mit doofem Ende ein, deshalb weiß ich das nicht zu beantworten. Möglicherweise ist die Kunst eines tollen Films ja, das Publikum so für sich einzunehmen, dass es bis zum Schluss wohlgesonnen bleibt und schwache Enden gar nicht mehr als solche empfindet?

3. Erzähle mir ein dunkles Geheimnis: Was ist dein Guilty Pleasure? Welche Schnulze, welche Schlagerband, welches Trashgame, welcher Mockbuster ist eigentlich furchtbar grottig, aber du kommst einfach nicht davon weg?

Kein Problem, denn mein Bad-Taste-Liebling ist mir kein bisschen peinlich: Ich liebe seit Jahren “Total Eclipse from the Heart” von Bonnie Tyler. Wenn ich Inbrunst und große Gefühle brauche, höre ich mir das problemlos zehnmal hintereinander in voller Lautstärke an und fühle mich auch beim letzten Mal noch ergriffen. Eigentlich ist das gar kein Guilty Pleasure – ich fühle mich nämlich nicht schuldig.

4. Was ist vorzuziehen – die Zombiekalypse oder die Vampirokratie? Bei ersterer zerstören hirnlose Untote die Zivilisation, bei zweiterer unterjochen schlaue Untote die Menschheit.

Oh bitte – Vampire natürlich! Wenn das Ende der Welt schon naht, will ich nicht mehr auf hirnlose Beißer mit leerem Blick, aber viel Zerstörungswut treffen. Hater, die nicht für Argumente zugänglich, aber dafür destruktiv sind, gibt es schon im Prä-Weltuntergangs-Zeitalter genug. Smarte Langweiler mit Größenwahn halte ich für erträglicher.

5. Hast du ein absolutes Lieblingsspiel (digital oder analog oder beides)? Wenn ja, welches? Warum?

Ich hab früher nächtelang “Siedler von Catan” gespielt, obwohl ich immer wahnsinnig schlecht drin war. (Ich bin nämlich lammfromm: Ich spiele auch ohne Ehrgeiz zu gewinnen echt gerne. Ich mag die soziale Komponente an Gesellschaftsspielen. Gewinnen finde ich tatsächlich nicht so furchtbar wichtig.) Das Spiel ist leider so out, dass es mittlerweile keiner mehr mitspielt. Schade! “Nobody is Perfect” mag ich, in der richtigen Runde, auch wirklich gern. (Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl: Ich bin eine von den immer seltener anzutreffenden Personen, die auf den Vorschlag, einen Spieleabend zu machen, nicht konsterniert und peinlich berührt reagieren, sondern “Jaaaa!” rufen. Ich kenne fast nur noch konsternierte Menschen, die Spieleabende für Leute ab 30 peinlich finden – schade, ich spiele nach wie vor echt gern.)

6. Was ist die beste Mahlzeit an einem eiskalten Winterabend?

Das hier.

7. Kannst du aus dem Stegreif dichten? (Mit der Bitte um ein paar Zeilen.)

Wenn ich dichte / dann für Wichte / ohne Geschichte / aber über Gerichte:
Ich esse am liebsten Erbsen, die kichern / weil die am besten die Laune sichern!

8. Wie ist das mit dem Social Media bei dir – schweres Suchtverhalten, pure Ablehnung oder dazwischen? Warum?

Teil meines Jobs – damit kann man alles entschuldigen, selbst wenn man es mit der Anwesenheit im Social Web mal übertreibt. Dann ist man halt grad ein Workaholic. Räusper.

9. Machen Haustiere glücklich?

Klar! Vorausgesetzt, man macht das Haustier glücklich.

10. Und sonst?

Och, danke. Muss ja.

 

Ganz im Sinne von “Macht, was ihr wollt” lasse ich das Blogstöckchen hier frei, auf dass es sich jede/r schnappe, der Lust drauf hat. ;-)

Weiß nicht, für wen ich mich entscheiden soll | Mit einem muss ich geh’n*

*Das singt die unentschlossene Pearl in “Starlight Express” – es könnte der Titel einer Hymne der Unentschlossenen vor Stichwahlen werden

Ich habe einen Brief an zwei Empfänger geschrieben.

Hintergrund des Briefes: Rechtsextreme Vorkommnisse in der Region Siegen-Wittgenstein, trauriger bisheriger Höhepunkt der Serie: Nazis schlagen vor 2 Wochen einem jungen Mann den Schädel ein.
Anlass des Briefes: Am 15. Juni ist Stichwahl zwischen zwei Landratskandidaten – der Landrat wird u. a. Chef der Kreispolizeibehörde und damit auch zuständig für die Bekämpfung rechtsextremer Aktivitäten.
Anstoß für den Brief: Die VVN BdA Siegen – Wittgenstein bat darum, die beiden Kandidaten für den Posten des Landrats dafür zu sensibilisieren, die Bekämpfung von Rechtsextremismus zum Wahlkampfthema vor der Stichwahl zu machen.
Was ich tat: Ich hab beiden Kandidaten mal einen Brief geschrieben.
Was ich toll fände: Wenn noch mehr Menschen den beiden Kandidaten schreiben würden, damit sie das Thema mit auf ihre Wahlkampfagenda nehmen – und danach vor allen Dingen mit in ihr politisches Wirken.

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Entscheidungshilfe für die Stichwahl um die Wahl des Landrates 

Sehr geehrter Herr Breuer / Sehr geehrter Herr Müller,

es gibt zwei Anlässe, aus denen ich mich an Sie wende – ein persönliches Anliegen und eine externe Anregung.

Mein persönliches Anliegen: Am 15. Juni ist bekanntlich die Stichwahl um die Wahl des Landratskandidaten, und es fällt mir sehr schwer zu erkennen, in welchen wesentlichen Punkten, die mir persönlich wichtig sind, sich die politischen Ziele von CDU- und SPD-Kandidaten unterscheiden – oder ob sie sich überhaupt unterscheiden. Wie soll ich also am 15. Juni wählen? Nicht zu wählen war für mich noch nie eine Option, auch nicht, wenn ich ratlos war. Für diese Stichwahl, die mir sehr schwerfallen wird, brauche ich unbedingt noch Entscheidungshilfe. Und deshalb wende ich mich an Sie, ebenso wie zeitgleich an Ihren Kontrahenten.

Der externe Anstoß, Ihnen zu schreiben, kommt von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA Siegen-Wittgenstein); Sie können ihn hier nachlesen: http://kuerzer.de/avFHKyXyE

Zitat: „Wir fordern Andreas Müller (SPD) und Paul Breuer (CDU) auf, sich zu den Vorfällen [Anm.: den Vorfällen vor zwei Wochen, also den Überfall von Rechtsextremen auf einen Studenten] zu äußern, zum Verhalten der Polizei im Vorfeld und Nachhinein und uns mitzuteilen, wie ihre Strategien im Kampf gegen Rechtsextremismus aussehen sollen. […] Wir würden uns freuen, wenn ihr die Stellungnahme lest und den beiden Kandidaten für das Landratsamt mitteilt, was ihr von Ihnen erwartet.“

Die Aufforderung des VVN, Ihnen zu schreiben, was ich mir von Ihnen im Falle Ihrer Wahl erhoffe, möchte ich abwandeln in die Frage nach Ihren Plänen:

Die Attacke der rechtsextremen Gruppe am Abend des 24. Mai auf einen Studenten, die mit einem eingeschlagenen Schädel endete, ist ja kein furchtbarer und bedauerlicher Einzelfall. Dieser Angriff war ein beängstigender Höhepunkt rechtsextremer Aktivitäten der letzten Monate, nachdem es schon mehrfach zu Schändungen und Übergriffen mit faschistischem Hintergrund gekommen war. Und wir sind uns sicher einig: Das sind nicht „irgendwelche“ gewalttätigen und vandalistischen Straftaten. Denn Verbrechen mit rechtsextremem Hintergrund sind niemals „nur“ gegen Individuen gerichtet, sondern immer gegen die gesamte demokratische, bunte, freie Gemeinschaft, zu der wir alle gehören. Wenn es einen von uns trifft, dann trifft es uns alle: vollkommen gleichgültig, welche Partei wir wählen, welche Nationalität wir haben, welche Nationalität unsere Eltern hatten, in welche Kirche, Moschee oder Synagoge wir gehen oder ob wir es gar nicht mit der Religion haben, welchen Fußballclub wir mögen oder wohin wir am liebsten in Urlaub fahren.

Ich möchte einschieben: Ich halte nichts davon, Neo-Nazis zu Überfeinden zu erklären – es sind keine Comic-Superschurken mit übernatürlichen Kräften, vor denen eine starke Gemeinschaft in Panik geraten müsste. Aber wenn Rechtsextreme in einer Gesellschaft aktiv sind, müssen wir das eben auch nicht hinnehmen, als seien sie Naturphänomene wie Orkane oder Erdbeben. Wir sind nicht machtlos, und wir sind nicht ausgeliefert. Wir können über Parteigrenzen und über alle Meinungsverschiedenheiten hinweg, die uns sonst im Alltag trennen, zusammen dafür sorgen, dass unsere Gemeinschaft so stark ist, dass menschenverachtende Überzeugungen und Handlungen keinerlei Platz in unserer Mitte haben.

Aber die Gemeinschaft braucht dafür eben auch klare Zeichen und eine absolut verlässliche Unterstützung aus der Politik. Sie bewerben sich um das Amt des Landrats und werden im Falle Ihrer Wahl als oberster Kommunalbeamter auch der Kreispolizeibehörde vorstehen. Ich möchte, angestoßen von meinem persönlichen Beweggrund (meiner Unentschlossenheit vor der Stichwahl) und meinem externen Anlass (der Bitte des VVN, Sie für das Thema Rechtsextremismus in der Region zu sensibilisieren), Sie bitten, mir Ihre Pläne, Strategien und Ziele beim entschlossenen Vorgehen gegen die rechtsextremistischen Kräfte in der Region Siegen-Wittgenstein zu nennen. Eine überzeugende und glaubwürdige Stellungnahme, wie zurückliegende Vergehen aufgeklärt und künftige verhindert werden können – das würde mir bei meiner Wahlentscheidung helfen. Das Thema ist wichtig, und das Thema ist aktuell. Ich hoffe, es ist auch für Sie ein dringendes Thema, denn dann kann ich Ihnen mit guter Überzeugung meine Stimme geben.

Ich danke Ihnen schon im Voraus für Ihre Antwort, die ich gerne veröffentlichen würde – es sei denn natürlich, Sie bitten mich ausdrücklich darum, es nicht zu tun. Ich kann mir allerdings keinen Grund vorstellen, warum Sie Ihre Stellungnahme zu einem Thema, das die ganze Gemeinschaft der Region betrifft, nicht öffentlich sehen möchten. Falls es einen gibt, lassen Sie es mich bitte wissen.

Herzlichen Dank – und ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Wahlkampf!

Mit freundlichen Grüßen
Julia Dombrowski

Frischluftfaktor: Outdoor-Kolumne über Wanderpartys

Meine zweite “Frischluftfaktor”-Kolumne für das Fifty-Five-Blog ist online. Dieses Mal geht es um Wanderpartys – ein Konzept, das ich mir 2011 ausgedacht habe und das mir schon einige drollige Erlebnisse beschert hat. Wenn man ganz ungefiltert seinen gesamten Freundes- und Bekanntenkreis einlädt und mit allen Gästen die eigenen Lieblingsstrecken bezwingt, sind manche dann doch überrascht, dass sie sich bewegen sollen … Aber ich bin ja nicht doof und verrate hier schon viel darüber, was in der Kolumne steht, denn ihr sollt ja rüberklicken und die Kolumne bei Fifty Five im Original lesen. ;-)

IF

Abschied ist ein Arschloch

Dreieinhalb Jahre war ich in einer wunderbaren Bürogemeinschaft. Und dann geht jemand. Das fühlt sich doof an. Aber wir gönnen dem neuen Team, dass Simon nun dort rockt. ;-)

Ich sitze seit über drei Jahren in einer Bürogemeinschaft mit der Firma Billomat. Die Zeit hier war immer mehr, als sich aus Kostengründen einen Arbeitsplatz und Infrastruktur zu teilen. Ich saß hier mit Markus (Bild links) und Simon (Bild rechts – in der Mitte, das ist wohl nicht schwer zu erraten, bin ich zu sehen). Und wir haben gemeinsam Barcamps besucht und Barcamps gegründet, den Webstammtisch in Siegen erfunden, aus dem der Webmontag Siegen wurde, wir haben in Mittagspausen wild diskutiert (Politik, Gesellschaft, Ethik – so ein Themenspektrum erlebt man sonst nur in Sozialpädagogen-WGs, aber wir konnten das auch immer richtig gut!), wir haben einander geholfen (die Jungs können Technik, ich kann Text – da kann man sich prima gegenseitig unterstützen, wobei ich beschämt zugeben muss, dass ich mehr Computerhilfe in Anspruch genommen hab, als die Jungs an Text-Kompetenz brauchten).

Wenn so eine Gemeinschaft endet, ist das ein Grund, traurig zu sein. Denn Simon Stücher hat eine neue Berufung gefunden. Und natürlich gönne ich dem Team von mediaDIALOG in Siegen-Weidenau von Herzen, dass sie einen so tollen Teamplayer wie Simon gewonnen haben. Aber ich bin sehr melancholisch, dass mein eigenes Alltagsverschönerungsteam auf Simon verzichten muss.

Früher war mehr Geocaching. Mittagspausen-Bürogemeinschafts-Unterhaltung mit Markus (links) und Simon (rechts).

Früher war mehr Geocaching. Mittagspausen-Bürogemeinschafts-Unterhaltung mit Markus (links) und Simon (rechts).

Bis zum 28. Februar 2014 hab ich miterlebt, wie Simon sein Herzblut hektoliterweise in sein “Baby” Billomat gepumpt hat. Ich war immer absolut fasziniert, wie Simon sein Motto “Wer ein tolles Produkt anbieten will, muss vor allem seine Kunden mögen” in die Tat umgesetzt hat. Und obwohl ich ja “nur” die Nachbarin und Untermieterin war, habe ich erlebt, wie sehr Billomat-Kunden das Gemochtwerden spüren konnten. Weil Simon immer vor Augen hatte, was seine Zielgruppe will, was sie voranbringt. Und weil ich miterlebt hab, wie er sich bei Fragen und Hilfebedarf sogar spätabends und an Wochenenden voll in den Support gekniet hat.

Jetzt war es also an der Zeit für Simon, dass er weiterzieht. Bei allem Gönnenkönnen, das sich ans mediaDIALOG-Team richtet: Markus und mir wird Simon wirklich fehlen!

Herzlichen Glückwunsch, dass ihr jetzt Simon bei euch habt: Einen Simon, der sich nicht zu 100% in ein Projekt hängt, gibt es gar nicht. Einen Simon zu haben heißt, einen Vollblut-Teamplayer in die Mannschaft zu holen. Das habt ihr aber wahrscheinlich schon gemerkt. ;-)

Markus und ich sind richtig dankbar für die dreieinhalb tollen Jahre. Und unsere gemeinsamen Projekt, die bleiben und rocken auch künftig!

Outdoorkolumne “Frischluftfaktor”: Los geht’s!

Ich freue mich echt sehr: Für das Blog des Outdoorkleidungs-Spezialisten Fifty Five schreibe ich neuerdings eine Kolumne. “Frischluftfaktor” heißt sie, und heute ist der erste Text mit dem Titel “Sie können doch nicht mit dem Fahrrad nach Köln!” erschienen.

IFDie Kolumne wird sich um alle möglichen Themen rund ums Draußensein drehen – und zwar aus Sicht eines Menschen, der immer ein eher schwerfälliges Verhältnis zum Thema Bewegung hatte. So jemand bin ich nämlich. Oder war ich. Na ja, ich bin’s, aber es wird besser.

Ich freue mich sehr auf diese neue Kolumne, weil dieses Thema mich eben wirklich beschäftigt: Ich glaube, ich habe mich selten so wohlgefühlt wie an den Tagen, als ich auf einer mehrtägigen Radtour vollkommen ausgepowert schon um 20 Uhr wie ein Stein eingeschlafen bin – mal völlig erledigt von körperlicher Anstrengung, nicht von Kopfarbeit wie sonst. Das ist eine Erschöpfung, die sich schöner anfühlt als das Gewohnte im Alltag. Oder das Gefühl, sich zu einer 18-Kilometer-Wanderung im strömenden Regen rauszuquälen – nicht weil ich das wollte, sondern weil andere das von mir erwartet haben. Aber dieses Gefühl, sich selbst bezwungen zu haben: unbezahlbar. Ja, ich bin eine Couchpotato. Aber ja, ich begreife manchmal, was Überwindung für ein Segen ist. Ich glaube, es gibt mehr Menschen wie mich – nicht die in Sportvereinen organisierten Superathleten, sondern die, die meist jammern, wenn sie ihre Beine zum Gehen benutzen sollen. Diejenigen, die ein bisschen länger brauchen, um zu verstehen, was andere an dieser Bewegerei so toll finden.

Ich bewege mich nun also seit einiger Zeit öfter draußen, und ich möchte mal behaupten: Einige Anekdoten hab ich auf Lager. Bis ich die alle erzählt hab, vergehen ein paar Kolumnen. Ich freue mich über jeden, der Lust hat, meine Texte auf dem Fifty-Five-Blog zu verfolgen.

Wir lesen uns?

Vom Mut, sein eigenes Leben zu leben

Und wieder einmal bin ich beschenkt worden, wie in den Vorjahren schon von Petra A. Bauer, Christa Goede und Andrea Behnke. Der diesjährige Gastbeitrag stammt von Dr. Christine Hutterer – ich hab Christine gefragt, ob sie Lust hat zu beschrieben, was “das gute Leben” für sie ausmacht. Danke für deine Antwort, Christine !

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Ich bin in den Lebenswissenschaften (Life sciences) zu Hause, meine „Firma“ heißt LEBENSWERKE  und ich lebe. Klar, dass ich mich also mit Leben auskenne! Oder?! Das Glück hat mir im Rahmen des diesjährigen Blogwichtelns des Netzwerks Texttreff Julia Dombrowskis Textssektor-Blog zugelost. Und sie denkt, ich kenne mich mit Leben aus. Zumindest darf ich in hier meine Gedanken zum „guten Leben“ kundtun.

Das „gute Leben“ – eine Frage der Perspektive

Dr. Christine Hutterer

Dr. Christine Hutterer

Das Thema ist, entgegen des ersten Eindrucks, nicht ganz leicht. Denn jeder von uns lebt jeden Tag. Und ob diese Tage oder diese Leben gut sind oder nicht, liegt fast ausschließlich im Auge des Betrachters. Für den einen bedeutet ein gutes Leben Karriere machen und viel Geld verdienen, für andere sind Kinder der Sinn und Inbegriff eines guten Lebens, für nochmals andere ist es das Berühmt erden oder das Bloß-nicht-Auffallen. Wie lang muss ein Leben sein, damit es gut ist oder war? Was muss man gemacht haben, damit das Leben von sich selbst und/oder von anderen als gut gestempelt wird?

Ich habe schon einige Reisen gemacht, Kinder bekommen, bin mit meiner Familie und Esel vier Wochen durch Korsika gewandert, habe Berggipfel erklommen, mir einen Doktortitel erarbeitet, mich beruflich verändert, Freunde gewonnen und verloren, habe mit meiner Gesundheit gerungen … Vieles davon hat mich sehr glücklich gemacht. Aber reicht es auch für ein gutes Leben?

Und was ist denn eigentlich ein lebenswertes Leben? Im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik wird das immer wieder diskutiert – kann ein Kind mit einer Behinderung ein gutes und glückliches Leben führen? Von gesunden Erwachsenen wird das oftmals bezweifelt und es werden die Konsequenzen gezogen. Conny Wenk sieht das anders. Sie stellt Kinder mit dem „little extra“, einem zusätzlichen Chromosom 21, vor. Die Fröhlichkeit und Lebensfreude springt von den Bildern geradezu über!

Das universelle Lebensglück – ein Rezept

Doch es gibt Dinge, die dann doch alle oder sehr viele Menschen teilen. Die australische Sterbebegleiterin Bronnie Ware hat darüber ein Buch geschrieben. Sie hat Menschen am Sterbebett zugehört und deren Aussagen zusammengetragen. Herausgekommen sind fünf Dinge, auf die man besser schon jetzt aufpassen sollte.

  1. “Ich wünschte, ich hätte Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben”
  2. “Ich wünschte, ich hätte weniger gearbeitet”
  3. “Ich hätte meine Gefühle besser ausdrücken sollen”
  4. “Ich wünschte, ich hätte mich mehr um meine Freunde gekümmert”
  5. “Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt”

Beim Lesen dieser fünf Punkte musste ich schlucken. Denn auch ich – noch fidel und soweit vorauszusehen noch weit entfernt vom Sterben – denkettbw_button mir genau diese Dinge! Sich nicht zu sehr nach den Erwartungen von anderen zu richten, sondern die eigenen Wünsche und Träume zu verwirklichen, keine Angst vor der persönlichen Integrität zu haben, und auch „unerwünschte“ Gefühle zu kommunizieren, sich aktiv für Glück und Freude entscheiden.

DAS BESTE WÄRE WOHL, EINFACH DAMIT ANZUFANGEN! Da wir gerade kurz vor dem Jahreswechsel stehen, wäre das doch ein guter Vorsatz für 2014!

#StopWatchingUs in Köln – Sand im Staatsgetriebe sein

Am Samstag, den 27. Juli 2013, fand die erste von hoffentlich noch vielen bundesweiten Protestaktionen für Freiheit und gegen staatliche Verfolgung unter dem Motto “Stop Watching Us” statt. Wie immer unterscheiden sich die Angaben über die Zahl der Demonstrantinnen und Demonstranten stark je nach Medium, das darüber berichtet. Einigermaßen einig sind sich alle darüber: Deutschlandweit dürften es etwa 10.000 Menschen gewesen sein, die in über 30 Städten an einem der heißesten Tage dieses Sommers gegen Überwachungsparanoia des Staates auf die Straße gegangen sind. 10.000 Menschen: Das klingt doch gar nicht mal so schlecht – oder? Ich frage mich, wie Edward Snowden sich fühlt, wenn er diese Zahl hört. Er hat sein Leben riskiert, seine Heimat, den Kontakt zu seiner Familie und zu seinen Freunden aufgegeben, um die Welt über den größten Überwachungsskandal aller Zeiten aufzuklären. Und die Welt, was tut sie daraufhin? Sie geht an Badeseen, in Eisdielen oder zum Bummeln in kühlen Shoppingcentern. Demokratie bei 35 Grad Hitze ist aber auch sowas von anstrengend! Und es geht ja auch nur um ein bisschen Grundrechteverletzen und Unrechtsstaatsaufbau. “Sagt Bescheid, wenn was Wichtiges ist – bis dahin liegen wir weiter am Weiher!”

Freiheit statt Angst10.000 Menschen sind wenigstens ein Anfang – aber weil Prism, Tempora und der ganze andere Überwachungswahn mehr als 80 Millionen Deutsche persönlich betrifft, hoffe ich, Edward Snowden schlägt nicht längst die Hände über dem Kopf zusammen und fragt sich: “Für wen habe ich den Scheiß eigentlich auf mich genommen?”

Aber immerhin ein Anfang – und so bin auch ich gemeinsam mit meinem liebsten Mitstreiter gegen Staatsparanoia zur Demo aufgebrochen. In der Provinz, mittig gelegen zwischen Köln und Frankfurt, kann man leicht flexibel bleiben: Wir wollten eigentlich die Demonstration in Frankfurt unterstützen, fanden dann aber ein deutliches Geschmäckle am angekündigten Redner Jörg-Uwe Hahn von der FDP: Klar ist es gut, wenn viele unterschiedliche Menschen auch mit ganz unterschiedlichem politischen Background gemeinsam gegen ein Unrecht einstehen – und nicht mit jedem, mit dem man gemeinsam auf die Straße geht, muss man schließlich in allen Punkten derselben Meinung sein. Dass die Veranstalter aber ausgerechnet einen regierenden Politiker als Redner einladen, der mit seinem Tun das Unrechtssystem unterstützt, das hat dann doch einen unangenehmen Beigeschmack: Als wäre auf einer Antiatomkraftdemo ein AKW-Betreiber als Unterstützer eingeladen, der versucht, möglichst viele Atomstrom-Verträge mit den Umstehenden abzuschließen. Irgendwas passt da nicht.

Also fällt die Wahl spontan auf Köln. Zwischendurch fühlt es sich wie eine gute, kräftige Menge an, in der wir mitlaufen. Rund 700 Menschen dürften in Köln zusammengekommen sein, viele davon laut und kritisch und sichtbar veränderungswillig. “Free Snowden!” und “Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Freiheit klaut” hören die Eiscafébesucher, Schaufensterbummler und Großkampfeinkäufer in der Kölner Innenstadt – und es sind sehr, sehr viele Menschen an diesem heißen Sommertag auf der Straße unterwegs. Merkwürdig, dass sie alle Besseres zu tun haben, als sich der Demo anzuschließen – vermutlich sind das diejenigen, die schließlich nichts zu verbergen haben. Ich bedaure auf dem Weg ein bisschen, dass die teilnehmenden Parteien so eifrig ihre Fahnen schwenken: Ich wünschte, der Zug würde weniger nach “Ach, da protestieren diese linken/grünen/roten/piratenfahnenschwenkenden Internetspinner!” aussehen. Ich sehe mir die vielen bürgerlichen, unbeteiligten, manchmal herablassend guckenden Gesichter der Umsitzenden und Umstehenden an und verstehe, dass dieser Demo-Zug sie nur wenig zu Identifikation einlädt. Ich wünschte, Parteien würden ihre Fahnen in der Parteizentrale lassen und ihre Mitglieder die Stimme nur für die Sache erheben, nicht für ihre eigenen Zwecke. Und das hat nichts damit zu tun, welche Parteien mir selbst sympathisch sind! Ich würde gerne mit dieser Demo die 42 Prozent erreichen, die zurzeit ihre Stimme der CDU geben würden. Ich fürchte, wenn von denen jemand unter den Kölner Zuschauerinnen und Zuschauern sitzt, wird er sich von dieser rot-orange-grün-dunkelroten Gruppe nicht angesprochen fühlen.

Die demonstrierende Menge macht etwas her, als sie schließlich zur Abschlusskundgebung auf dem Neumarkt zusammenströmt. 700 Menschen sind nicht niemand! 700 Menschen haben 700 laute Stimmen. Es fühlt sich gut an, dabei zu sein. Nur wenig später an diesem Tag verfliegt das schöne Gefühl leider wieder: Auf dem Weg zurück zum Hauptbahnhof überqueren wir die Domplatte – und allein die Touristen und Sonnenanbeter, die sich nur hier um den Kölner Dom herum verteilen, bilden locker eine ebenso große Gruppe wie die Demonstranten am Mittag. Beim direkten Vergleich, wie viele Menschen ihre Stimme für Freiheit und Grundrecht erhoben haben und wie viele Menschen währenddessen in Sichtweite saßen und dachten: “Das geht mich doch nichts an!”, überfällt mich unwillkürlich Ernüchterung. Aber es war eben erst der Anfang! Und es werden von nun an immer und immer mehr Menschen werden!

Was ist eigentlich mit den Menschen im Osten Deutschland, die sich schon einmal ihre Freiheit herbeidemonstriert haben? Müssten nicht genau diese Leute zurzeit laut rufen: “So nicht! Das hatten wir schon mal und lassen es nicht wieder mit uns machen!” Die Wiedervereinigung ist noch nicht lange her, und die Montagsdemo-Veteranen lassen sich doch bestimmt nicht mit Mallorca-Flügen und McDonalds-Fraß abspeisen: “Gut, ihr werdet wieder bespitzelt, aber dieses Mal kriegt ihr Kapitalismus und Reisefreiheit, ist das nicht prima?” Ich glaube fest, dass gerade diese Menschen bald sehr unwillig und laut werden – und sie haben schon einmal ein Überwachungsregime wegprotestiert!

Übrigens gibt es ein tolles informatives und fundiertes Video, das genau erklärt, warum Überwachung alle etwas angeht – auch diejenigen, die “nichts zu verbergen” haben. Unbedingt anschauen und überzeugen lassen, warum auch du bei der nächsten “Stop Watching Us”-Demo dabei sein solltest!

10 Fragen an Angela Merkel – und wie sie antworten könnte

Vor ein paar Tagen habe ich aufgezählt, was ich Angela Merkel fragen würde, wenn ich die Hoffnung hätte, sie wäre in meiner Gegenwart auskunftsfreudig. Solange sie mir nicht für reale Antworten zur Verfügung steht, helfe ich mir eben selber aus.

1. Wie ist das eigentlich, wenn man den ersten Teil seines Lebens in einem Überwachungsstaat verbracht und sich plötzlich in der vermeintlichen Demokratie wieder in derselben Situation vorfindet? Fühlt man sich da nicht total vereimert?

Och, man hat sich dran gewöhnt. Und unter Honni war ja auch nicht alles schlecht! Wir hatten da immerhin lustige Ampelmännchen.

2. Hält man in so einer Situation und vor diesem persönlichen Hintergrund einfach deshalb zu den Überwachern, damit man nicht wieder zum Opfer wird? Ist es Vermeidungsverhalten, indem man sich als Opportunistin auf die Seite der vermeintlich Stärkeren schlägt, oder ist das eine Art Stockholm-Syndrom?

Die USA hat lecker Coca Cola, Großbritannien hat ein Royal Baby – das ist alles gar nicht so schlecht! Immer diese Meckerei, das hätte es bei uns damals in der DDR nicht gegeben! Da gab es immer 99% Wählerzustimmung – aber keinerlei royale Säuglinge. Die Welt wird doch besser!

IF

 3. Wird man auch als Bundeskanzlerin verwanzt und abgehört, oder möchtest du, Angela, das lieber gar nicht wissen?

Hä? Ach! Ich bin doch jetzt erst mal im Urlaub. Wagner-Festspiele und so. Das waren noch herrliche Zeiten, als sich Deutschland nur über mein Dekoltee das Maul zerrissen hat …

 

 

4. Wird eigentlich auch der Papst bespitzelt? Wie oft pupst ein Papst? Kannst du das mal Obama fragen?

Es ist nicht meine Aufgabe, mich in die Details der Papstverdauung einzuarbeiten. Ich warte lieber!

O-Ton Merkel

5. Fühlt es sich vielleicht schön an, abgehört zu werden, weil einem dann endlich mal einer aufmerksam zuhört?

Wie einfühlsam nachgefragt! Das trifft es! Und aus keiner Überwachungsanlage kommen kritische Nachfragen wie von den blöden 58%, die mich im September nicht wählen wollen. Sie hören zu, aber sie sagen nichts! So hätte ich auch die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, in dem man viel zu viel zu sagen hat, so gerne!

6. Hat eine Bundeskanzlerin dem BND eigentlich irgendwas zu sagen? (Außer natürlich “Guten Morgen” und “Schlaft gut” in Richtung der Wanzen?)

Wie? Muss mal aufs Klo …

7. Wenn der BND bei der NSA um heimlich erhobene Daten bettelt – wie demütigend ist das für den Depp vom Dienst, der gerade betteln gehen muss? Und ist jemand dämlich genug zu glauben, er würde die richtig interessanten Sachen gezeigt bekommen?

Ich hab ne schwache Blase, ich muss schon wieder aufs Klo …

 8. Oder weißt du das alles gar nicht, weil dir kein Schwein erzählt, was der BND so treibt?

Die Regierung weiß nie überhaupt nix irgendwas von irgendwem: drei Affen (nichts sehen, hören, sagen)

9. Hast du, Angela, früher vielleicht wirklich geglaubt, du könntest mal was ausrichten? Bist du manchmal selbst enttäuscht, wo du dich heute wiederfindest?

Du glaubst also wirklich, ich würde nichts ausrichten? Die heutige Situation ist absolut einzigartig. Das Ausmaß der Überwachung ist so noch nie da gewesen. Noch nie haben Politiker wie ich den Menschen so dreist ins Gesicht sagen können, dass Grundrechte ihnen egal sind. Niemand in den Generationen vor uns hat George Orwells “1984″ so klug als Handlungsanweisung verstanden wie wir und das Buch sogar noch cleverer umgesetzt, als der Autor sich erträumt hätte. Wieso sollte ich enttäuscht sein?

10. Würdest du manchmal gerne alles hinschmeißen?

Scheiße, machst du Witze? Ich spucke den Leuten in die Fresse, und sie jubeln nach mehr. Ich zeige ihnen den Stinkefinger, und die Zustimmung in der Bevölkerung wächst sogar. Hell yeah, warum sollte ich aufhören? Here I am, it’s Angie bitch!