Sagt heute eigentlich noch jemand “surfen” zum ziellosen Herumstöbern im Netz? Ehrlich, ich hab’s lange nicht mehr gehört. Man spricht vom “Prokrastinieren” (mache ich auch gerne, klingt so schön besserwisserisch), “Twittern”, “Blippen”, “Googeln” – bloß wirken diese Begriffe verhältnismäßig ergebnisorientiert; zumindest bezeichnen sie Handlungsabfolgen mit vorausgehender Absicht und klar definierter Ziel-URL.

Ich habe mich heute jedenfalls ganz altmodisch (wie damals in den späten 90ern, erinnert sich noch jemand an die Zeit?) eine Stunde lang im World Wide Web treiben lassen – und hier sind die Ergebnisse:

Aufgeschnappt: Immer mehr US-Bürger verkaufen in der Krisenzeit Blut, Sperma und Haare.

Hübsche Spielerei: YourFonts erstellt Schrifttypen auf Grundlage der eigenen Handschrift (entdeckt im Sprachblog).

Etwas blödsinnige, aber nette Ablenkung: Den eigenen Namen und “braucht” bei Google eingeben. “Julia braucht” zum Beispiel ergibt: Geld, Spenderniere und Mittagsschlaf (immerhin: zwei von drei hat das Goorakel richtig hellgesehen; inspiriert wurde diese Suche durch einen Tweet).

Zum Strahlen: Ein Dobermann im Rutschrausch (aufmerksam gemacht worden per E-Mail).

Hingucker in memoriam: Eine prima Werbung – wenn es das werbende Unternehmen auch mittlerweile nicht mehr gibt (entdeckt auf Youtube).Bin wild gesurft. Foto: Christian Delfs, Quelle: pixelio.de

Und schließlich: Überglücklich nach über 10 Jahren erstmalig wiedergesehen; ein Lieblingsvideo aus längst vergangenen Zeiten, schon seit Ewigkeiten komplett von mir vergessen.

Da war die Stunde auch schon um. Deshalb gilt nun: W.I.T.!

Nachtrag: Ich konnte es mir nicht verkneifen und habe die Stunde ein ganz kleines bisschen ausgeweitet – und ehrlich, ich finde, ohne den Diamantenfinger beim Werbeblogger wäre die Liste der Montagsfundstücke einfach nicht vollständig!