Ich mag Werbemailings, die sich als Hingucker von der Masse ihrer langweiligen Brüder und Schwesern abheben. Hey, ich bin Werbetexterin; gegen diese Sympathie kann ich mich gar nicht wehren, ich muss das schon qua Beruf mögen!

Die Werbepost der Deutschen Bahn, die mich als BahnCard-Kundin gestern erreicht hat, ist aber ein ziemlicher Schuss in den Ofen: Ein vordergründig leeres Blatt Papier steckt im Umschlag. quatsch-2-006Okay, gähnende Leere kann als Hingucker durchgehen. Der Störer auf dem Briefbogen verrät: Ich soll mir erst eine Lichtquelle suchen, um die Leuchtfarbe auf dem Papier zu aktivieren, dann soll ich den Raum verdunkeln – eins, zwei, drei, Hexerei, jetzt darf ich lesen.

Liebe Kollegen bei der DB, euer Optmisimus, dass ich Zeit und Mühe investiere, um eure Geheimpost zu entziffern, rührt mich sehr. Aber mehr als 10 Sekunden gönne ich keiner Werbung, um mein Interesse zu wecken – und in der Zeit bin ich noch nicht mal zum Rollo gelaufen. quatsch-2-005

Resultat: Ich habe keine Ahnung, was man mir da aufschwatzen wollte. Eine Taschenlampe? Eine neue Brille? Eine Gratis-Zugfahrt nach Jena zu Zeiss?

Gönnerhaftes Prädikat: “Man hat sich wenigstens bemüht.”