Ich habe in meinem sehr unzuverlässigen Zitate-Gedächtnis abgespeichert, dass von Mark Twain eine Aussage mit etwa folgendem Inhalt überliefert ist: Spontaneität ist das, was dir fünf Minuten später einfällt. Mir scheint, dieses Zitat – wenn es den Namen überhaupt verdient – ist nicht von Mark Twain und dürfte außerdem einen signifikant anderen Wortlaut haben, weil ich trotz mehrerer Rechercheversuche in diversen Suchmaschinen keinen Beleg für meine Erinnerung finde.
Das macht aber nichts, weil diese Weisheit dennoch als Einstieg für das funktioniert, was ich zu sagen hab – dafür brauche ich weder einen Mark Twain noch einen korrekt zitierten Wortlaut.
Folgende Dinge passierten mir gestern in sehr kurzer Abfolge: 1. Ein stürmischer junger Kerl in Eile rempelte mich beim Hinabhetzen einer Treppe so unglücklich an, dass ich das Gleichgewicht verlor und nach hinten zu kippen drohte. 2. Ein Mensch, dessen Gesicht ich zu keinem Zeitpunkt gesehen habe bzw. der handelnden Person zuordnen konnte, hielt mich gerade noch rechtzeitig fest und verhinderte damit Knochen- und/oder Genickbrüche, mindestens aber üble blaue Flecken. 3. Mir fiel als Reaktion auf diesen Fast-Unfall nichts weiter ein als ein lautes “Meine Güte!”; ich glaube, vorher gab ich noch ein reichlich undamenhaftes “Umpffff” von mir. “Umpffff – meine Güte!” – das wären ja tolle letzte Worte gewesen …
Hey, du rempelnde Pistensau: Ich war bedauerlicherweise zu sehr damit beschäftigt, zum einen nicht rückwärts 30 Treppenstufen hinabzustürzen und mich zum anderen über meine schlecht gewählten, wenig gehaltvollen Fast-letzte-Worte zu ärgern. Deshalb habe ich die Chance verpasst, Dich so ordinär zu beschimpfen, wie Du es verdient hättest. Sei so gut und denk Dir ein paar wüste, beleidigende Flüche aus, die an Dich persönlich gerichtet sind – fünf Minuten später waren die mir samt und sonders sowieso eingefallen. Und sie sind alle nur für Dich.
Und nun zu Dir, mein lieber Rettungsengel: Ich bedaure zutiefst, dass ich zu lange verdattert war, um mich rechtzeitig nach Dir umzusehen. Im Gedrängel um uns konnte ich nach den ersten Schrecksekunden dann niemanden mehr zweifelsfrei ausmachen, der mir so geistesgegenwärtig zu Hilfe gekommen war. Ich weiß, dass Du Dich vielleicht lediglich instinktiv davor geschützt hast, dass ich auf Dich plumpse und Dich mit mir in die Tiefe reiße. Aber vielleicht wolltest Du auch ganz bewusst ritterlich verhindern, dass sich jemand vor Deinen Augen mehrere empfindliche Körperteile unsanft aufschlägt – und diese Vorstellung gefällt mir viel, viel besser. Warum auch immer Dein Arm mit einem Mal meinen Rücken stützte: Ich bin irrsinnig dankbar, dass er es tat! Und das hätte ich Dir gestern unbedingt sagen müssen – Chance vertan.
(Wenn jemand mir übrigens verraten könnte, vom wem das oben erwähnte Zitat nun eigentlich ist und wie es genau lautet – ich wüsste das zu schätzen.)

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Laut diversen Internet-Seiten sagte Mark Twain
“Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt.”
Quellen:
http://zitate.net/zitate/schlagfertigkeit/zitate.html
http://www.zitate-online.de/stichworte/schlagfertigkeit/
http://zitate.net/zitat_1109.html
http://www.spruecheportal.de/mark-twain.php
http://1000-zitate.de/autor/Mark+Twain/
13. Oktober 2009 @ 08:24
Ach – “Schlagfertigkeit”, nicht “Spontaneität”. Wenigstens Mark Twain, nun gut. Aber 24 Stunden? Da hat er sich ein bisschen vertan, der Gute. Das Grausame am Schlagfertigkeitsmangel ist ja die KNAPP verpasste Chance, die, sobald man sie erkennt, einen fast dazu antreiben könnte, sich wieder umzudrehen und jemandem “spontan” 5 Minuten später was ins Gesicht zu schleudern. Einen Tag später sind die Wogen schon so sehr geglättet – da würde man ja gar nicht mehr leiden, wenn Herr Twain recht hätte. ;-)
Danke schön übrigens!
13. Oktober 2009 @ 08:30
Puh, wie schön, dass dir nichts passiert ist, liebe Julia! Was ein Glück, dass dein Rettungsengel gestern Dienst hatte! Dann gibt es ihn also doch …
13. Oktober 2009 @ 09:59