Susi bittet seit heute in ihrer Blogparade um Schönheitsgeheimnisse. Nun isses einerseits so, dass ich auf Susis Bitten unheimlich gerne positiv reagiere – andererseits aber auch so, dass ich ein gespaltenes Verhältnis zu eben diesem Thema habe.

Denn was passiert, wenn ich mich mal dem Auffrischen meines Äußeren widme? Ein paar Beispiele:
- Ich benutze eine Gesichtsmaske, nach der ich mich überraschend vitalisiert und erfrischt fühle. Dieses Gefühl hält genau so lange an, bis mir jemand sagt: “Oh, du weißt, was es bedeutet, wenn Gesichtsmasken beginnen, Wirkung zu zeigen? Das ist das erste Anzeichen dafür, dass du alt wirst. Bei junger Haut haben sie nämlich überhaupt keinen Effekt.” Danke. Fast fünf Minuten lang hatte ich mich richtig gut gefühlt.
- Ich gönne mir einen großstädtischen Star-Friseur, einen Stylisten, zu dem alle Trendsetter pilgern. Und wenn ich schon Geld ausgebe, dann aber richtig: Neue Farbe und Strähnchen, sowas genehmige ich mir fast nie, und dann bei diesen Preisen; aber wofür arbeitet man schließlich hart … Resultat: Die neue Farbe glänzt mir lediglich schwach im Spiegel entgegen. Und Strähnchen? Wo zur Hölle ist da ein Strähnchen? “Die sind eben sehr dezent. Das macht die Effekte spannender”, näselt mir der Trendsetter der Frankfurter Friseurszene zu. Aha. Der Profi wird’s wissen. Meine Freunde und Bekannten daheim sind schonungsloser. “Den Prozess würdeste gewinnen!” Wollte ich jetzt nicht hören. Und nein, ich verzichte dankend.
- Ich gönne mir einen Rock in auffälligem Muster, nur um rauszufinden, dass ich darin in Seitenansicht aussehe wie eine schwangere Giraffe im 15. Monat. Ich muss lernen, mich beim Kleiderkauf immer brav auch ins Profil zu drehen. Ich hasse Klamottenshopping nämlich innig und versuche, es durch schnelle Frontansichten möglichst bald hinter mich zu bringen. Klar, das rächt sich. Muss ja.
- Möchte jemand Bilder von einem der ersten Male sehen, als ich mich – noch wesentlich jünger, das muss ich zur Ehrenrettung erwähnen! – auf Absätzen versucht habe? Beileibe kein Stöckelschuh – ganz moderate Treter. Es gibt Frauen, deren Hauspantoffeln sind höher als die Dinger, die mir damals fast den Hals brachen. Ich wollte – ungeübt, aber festen Willens, mich häufiger mal ladylike zu kleiden – mit Absätzen bergab laufen und habe mir dabei ein blaues Auge eingefangen. Denn der Sturz, der dem Umknicken meines Knöchels folgte, beförderte mich schmerzhaft kopfüber in eine Hecke, wo mein Lid Bekanntschaft mit einem spitzen Zweig machte. Mann, sah ich danach übel aus! DAS ist aber dennoch ein Feld, das ich nicht einfach kampflos aufgegeben habe: Heute kann ich auf fast richtig hohen Absätzen laufen, in echten Zickenschuhen, die ich gerne und teuer erstehe, nur um sie so gut wie nie zu tragen. Sie sind mir einfach zu unbequem. Womit wir wieder beim Thema “sinnlose Ausgaben” wären. Immerhin, gestürzt bin ich schon ewig nicht mehr! Und von wegen Bild: Es gibt natürlich keines. Wer lässt sich schon freiwillig mit Veilchen fotografieren?! (Gilt diese Weigerung als Schönheitstipp? Eher nicht so, oder?)
Nun, es sollte hier ja eigentlich nicht um die Frage gehen, welche Versuche regelmäßig scheitern. Tja, ich weiß da ja wirklich was Funktionierendes, aber das klingt nach naturverklärter Wald-und-Wiesen-Romantik. Sag ich’s oder geniere ich mich? Ach, was soll’s!
Rosige Wangen und ein frisches Gesicht gibt es nach einem ausgiebigen (in dieser Heidi-Stimmung hätte ich fast “zünftigen” geschrieben) Spaziergang an möglichst kalter Herbst- oder Winterluft. Das ist noch nie schiefgegangen. Und sollte ich das Geheimrezept entdecken, das damit einhergehende aufgesprungene Lippen verhindert, ohne dass man einen ekligen verklebten Fettstift mit sich führen muss, dessen Kappe mit schicksalhafter Sicherheit binnen Tagen verschwunden ist (weswegen Labello und Co. immer kekskrümelverunreinigt in der Handtasche herumkugeln): Dann behalte ich dieses Wissen so lange für mich, bis ich rausgefunden habe, wie ich damit Millionen scheffeln kann!
Foto: Klicker, pixelio.de

Posts
Liebe Julia, ich bin eine, die es auch mit FLACHEN Schuhen schafft, umzuknicken. Neulich hab ich mich auf dem Trottoir langgelegt – in Gummistiefeln. Aber den Trick gegen die aufgesprungenen Lippen verrate ich dir gerne: Honig. Hilft garantiert! Gerne nenne ich dir meine Kontonummer, damit du mir einen Teil deiner Millionen überweisen kannst ;-)
16. November 2009 @ 13:15
Wir werden aus deinen Fehlern lernen, du Guteste! :-D
(aber warum stehe ich nicht in deiner Blogroll, hm? ;-))))))
16. November 2009 @ 13:15
Zum Thema Honig: Aber wie VERHINDERT man denn aufgesprungene Lippen? Ich kann doch nicht tagelang honigverschmiert durch die Winterlandschaft stolpern. Ich suche Vorbeugung statt Heilung!
Und zum Thema “Blogroll” – ich weiß ü-ber-haupt nicht, was ihr habt!! *Unschuldigguck*
16. November 2009 @ 13:26
also, ich schwöre ja auf Blistex. Das hat allerdings eine Verschlusskappe … ;-)
16. November 2009 @ 13:34
Danke, Du hast meinen Tag gerettet! :-))
GENAU so geht es mir auch immer irgendwie. Einmal die Haare gestylt, dann kommt bestimmt ein Regenguss. Oder ich gönne mir mal ausnahmsweise was Schickes und ernte einen blöden Spruch. Ich komme aufgehübscht vom Friseur, und keiner merkt was …
Ich nehme übrigens auch Blistex …
16. November 2009 @ 13:54
Gegen trockene, aufspringende Lippen hilft: so viel wie möglich trinken. Wasser in Massen (nicht Maßen), Liter um Liter! Frische und Rosigkeit von innen! Mal im Ernst: Ich nehme für die Lippen keine Extra-Creme, da kommt bloß morgens und abends die Calendula-Gesichtscreme Baby und Kind von Weleda drauf. Wenn man die immer zufettet und ständig eincremt, kriegen die Lippen ja gar nichts mehr auf die Reihe, was die Selbsthilfekräfte angeht…
16. November 2009 @ 14:07
PS: Herrlich, was hab ich gegrinst. Und wie soll ich jetzt schreiben für die Blogparade? Bierernst? Lustig geht ja nu nich mehr, oder?
16. November 2009 @ 14:08
@Andrea: NATÜRLICH bierernst! Wie denn sonst?! Schönheit ist schließlich kein Ponyhof – frag Susi, die kennt sich da aus … ;-)
(Und morgens und abends eincremen hilft echt vorbeugend gegen gesprungene Lippen? Selbst im härtesten Winter? Das wär dann ja mal was …)
16. November 2009 @ 14:12
Nein, Schönheit ist wahrlich kein Ponyhof. Schönheit bedeutet, jeden Tag aufs Neue zu ackern, zu roden, zu kultivieren. Mit anderen Worten: alles zu tun, damit die Natur den Kampf nicht gewinnt ;-)
16. November 2009 @ 14:37
Nee, das Trinken hilft! Wasser trinken! Und ansonsten moderat krämen. Grämen. Cremen.
16. November 2009 @ 15:25
Oh. Mein. Gott. Bin ICH doof. Ich wunderte mich gerade, wie viele Schwestern hier kommentieren: Andrea Says, Susi Says, Heide Says … Okay, ich brauche Urlaub. Den mach ich jetzt auch, aber NICHT ohne dir nicht gesagt zu haben, dass du in deinem Leopardenrock ganz herzallerliebt und ÜBERHAUPT gar nicht niemals kein bisschen schwanger aussiehst!!!
17. November 2009 @ 08:54
Danke, liebste Gaby. Wobei ich überzeugt bin, dass es sich um ein Dalmatinermuster handelt (nachdem verschiedene Menschen, die sich nachweislich mit der Tierwelt auskennen, mir mal bestätigten: Kühe sehen so jedenfalls nicht aus). Auf Leopard wäre ich ja nie gekommen – die sind doch gar nicht schwarz-weiß, oder …?
17. November 2009 @ 08:58
Ach so, Gaby, jetzt verstehe ich dich erst richtig: Ich dachte, du meinst “Schwestern im Geiste” – dass du hier die Says-Sippschaft kennenzulernen glaubtest, darauf bin ich allerdings erstmal gar nicht gekommen! Großartiger Irrtum … Viel schöner als die schnöde Wirklichkeit!
17. November 2009 @ 14:18
Starfriseure gibt es auch bei mir auf dem Dorf. Mit perfekt gebrühten grünen Tee. Spätestens als der mir erzählte dass nicht die Tenside im Shampoo schäumen hätte ich (selbst ohne Chemiestudium!) den Stuhl fluchtartig verlassen sollen.
Labberrhabarber später (ich sag genauso aus wie zwei Stunden vorher, nur gekämmter) verliess ich den Laden um 50 Euro ärmer (trocken Haareschneiden war’s).
Seitdem fluche ich jedesmal wenn ich vorbei gehe. Meine Nicht-Starfreiseurin verpasst mir regelmässig die Hammer-Haare für 13,50. Und einmal im Jahr die ganze Luxuschose für 60 Euro…
Nix da!
Gegen trockene Lippen hilft auf gar keinen fall mit der Zunge befeuchten sondern trinken. Und statt Labello (pfui Deibel!) WELEDA Everon. Morgens. Und nicht mehr!
19. November 2009 @ 12:47
Liebe Andreea,
aha, auf dem Dorf kann man also ebenso von Starfriseuren enttäuscht werden wie in der Metropole – bloß kostet die Großstadt-Enttäuschung leider gleich doppelt so viel (sofern man dumm genug für Starfriseur-Farbexperimente ist).
;-)
Auf Weleda-Produkte steh ich sehr; ich werde das mal testen! Hab Dank!
19. November 2009 @ 13:09