Ich hatte es ja versprochen: Dieses Jahr würde ich unter gar keinen Umständen – trotz furchtbar frühen Abgabetermins, zu dem ich noch kein klitzekleines bisschen adventlich gestimmt bin – “Weihnachten im Schuhkarton” vergessen.

Aber nur, dass Ihr’s wisst: Basteln ist nicht meine Stärke! Klingt so einfach: “Bekleben Sie einen Schuhkarton mit buntem Geschenkpapier”. Ja, hallöchen – so ein Karton hat Ecken, Winkel, und dann irgendwie immer noch eine und noch eine Ecke. Ohne Designstudium ist man bei so einer Beklebungsaktion ganz schön benachteiligt!

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass keines meiner beschenkten Kínder in Tränen ausbricht, wenn es meine Kartons sieht, die auch ein beidseitig Armamputierter nicht sehr viel ungeschickter  umwickelt hätte. Ich habe deshalb mit Bedacht die Altersstufe “2 bis 4″ beschenkt; die sind da oft noch nicht so kritisch. (Hoffe ich.)

Weihnachten im Schuhkarton 001

Hab ich super fotografiert, oder? Denn: Man sieht keine abgestoßenen Kanten, kein eingerissenes Papier, nicht, wo ich überschüssiges Papier plattzuklopfen versucht habe, keine Leimflecken ...

Weihnachten im Schuhkarton 002

Geschenk für Jungen, Alter 2 bis 4, Nummer 1: Spielzeugrennautos, Kinderzahnbürste mit Bob, dem Baumeister, Straßenmalkreide, Luftballons, Kinderzahnpasta, echt viel Schokolade, Kirschlollis

Weihnachten im Schuhkarton 004

Geschenk für Jungen, Alter 2 bis 4, Nummer 2: Malbuch, Wachsmalkreide, Buntstifte und Anspitzer, Kreisel, rotes Feuerwehrauto, sehr viel Schokolade und Kirschlollis, deshalb auch hier eine Bob-der-Baumeister-Zahnbürste: Man trägt ja dentale Mit-Verantwortung!

Weihnachten im Schuhkarton 005

Der Kater kontrolliert vorsichtshalber noch mal, ob ich auch wirklich nicht widerrechtlich eine seiner Kitekat-Dosen verschenken will.

Aber vor dem Bekleben gab es ja noch ein anderes Problem: die alters- und gendergerechte Zuordnung meiner im Geschenkerausch eingekauften Präsente. Ich bin da nämlich nicht sehr strukturiert vorgegangen, sondern habe in den Einkaufskorb getan, was mir bunt und kindgerecht erschien. (Und was ich selbst als Kind gern gehabt hätte: Straßenmalkreide zum Beispiel sollte ich nie haben, wegen der Nachbarn!)

Zu Hause angekommen, stellte ich dann ernüchtert fest, dass ich überdurchschnittlich viele Spielzeugautos gekauft hatte – ein Mädchenpaket ließ sich damit nicht schnüren. (Nein, nein, nein, ich bin keine Befürworterin von Rollenklischees; ich hatte als kleines Mädchen selber ein paar Spielzeugautos. Aber ich dachte mir, wenn ich von den Veranstaltern schon um Zuordnung gebeten werde, und wenn die meine Kartons sowieso kontrollieren, um eventuell großzügig mitversandte Rinderfilets wegen restriktiver Einfuhrbestimmungen auszusortieren (oder eines dieser Dinge), dann füge ich mich mal den üblichen Vorstellungen. Und die besagen, dass 2- bis 4-jährige Mädchen rote Feuerwehrautos ganz schön doof finden.)

An dieser Stelle bedanke ich mich übrigens herzlich für die beratende Mithilfe kinderkennender Personen wie Lilian, Susi und Michael.  Ohne die hätte ich nämlich so furchtbare Fehler gemacht, wie am Ende unwissend 5- bis 9-jährige Mädchen mit Kreiseln zu beschenken – die hätten mir so ein albernes Zeug doch glatt wieder um die Ohren gehauen!

Für nächstes Jahr nehme ich mir drei Dinge vor:

1. Ich kaufe strukturierter und geplanter ein.

2. Ich werde das Basteln outsourcen. Auf jeden Fall!

3. Ich muss dringend selbstständiger werden! Oben genannte Personen sind schließlich berufstätig und können mich nicht dauernd in die Psyche kleiner Menschen einführen!

Übrigens hat der Mann meines Herzens nicht nur tatkräftig dabei geholfen, die Kartons zu bestücken (allerdings hat er Anfang der Woche auch dafür gesorgt, dass gewisse Schokoladen wieder ersetzt werden mussten, nun ja …), er hat sie vor allem adoptiert und die Lieferkosten übernommen.

Hat Spaß gemacht! Nächstes Jahr gerne wieder!