Heute: Unterwegs mit meiner Lieblingsnachbarin, 5 Jahre alt, cool drauf. “Was willst du machen?”, frage ich, und sie antwortet umgehend: Eis essend den Schachspielern zuschauen. Huch? Die Beobachtung von Rentnern, die sich auf dem Marktplatz beim Outdoor-Schach vergnügen, als Freizeit-Entertainment einer Kindergarten-Absolventin? Wir setzen uns also mit Erdbeer, Schokolade  und Stracciatella direkt neben das Spielfeld, ein wenig argwöhnisch beobachtet von der Seniorengang.

“Der schmeißt gleich die Königin!”, kreischt das Superkind neben mir. Ich schaue sie erstaunt an und male mir schon aus, wie der Zwerg sich auf das Spielfeld wirft, resolut Rentnerhänden Figuren entwindet – die immerhin halb so hoch sind wie sie selber – und den führenden Spieler in zwei Zügen schachmatt setzt. Im nächsten Moment kräht sie: “Ich weiß eine Regel: Die schwarzen Klötze dürfen nicht die schwarzen Klötze schmeißen. Und die Frau vom König ist stärker als er.”

Recht hat sie mit allem. Und wer hat dieses Talent entdeckt? Ich!