Ich rede oft von meinen Kolleginnen. Und jemand, der weiß, dass ich als Freiberuflerin arbeite, fragt mich dann üblicherweise erstaunt: “Ach, bist du neuerdings fest angestellt?” Ich muss  jedes Mal überlegen, wie das Missverständnis entstanden ist, weil ich so selbstverständlich von meinen Kolleginnen spreche, dass ich gar nicht merke, wie unüblich mein Vokabular für Einzelkämpfer ist.

Meine Kolleginnen sind die Mitglieder des wundervollen Netzwerks Texttreff, die mit mir gemeinsam via Mailinglisten in einem virtuellen Online-Großraumbüro arbeiten. Man könnte glauben, dass mehrere Hundert Frauen, die alle in derselben Branche sind, sich als Konkurrentinnen verstehen. Das tun wir aber nicht. Wir unterstützen uns gegenseitig mit Rat und Tat und beruflichen Erfahrungen, ermutigen einander und sind für die anderen da, wenn sie Hilfe brauchen.

In den letzten Tagen ging eine Schockwelle durch das Netzwerk: Unsere Kollegin Carola, ihr Mann Oliver, der den Texttreff als Administrator unterstützt, und ihre zweijährige Tochter haben in der Nacht des 8. Juli 2010 ihr Heim und ihr gesamtes Hab und Gut bei einem Wohnungsbrand verloren. Bis auf wenige Habseligkeiten ist alles den Flammen zum Opfer gefallen.

Mein virtuelles Großraumbüro schwebt seitdem in einem Schockzustand. Wir wollen helfen. Einige meiner Kolleginnen haben am vergangenen Wochenende bei brütender Sommerhitze die wenigen Gegenstände aus den verkohlten Trümmern geborgen, die unversehrt geblieben sind. Manche sind heute wieder vor Ort, um die rasch gefundene Übergangswohnung zu renovieren. Aber es fehlt natürlich an allen Ecken und Enden, alle Lösungen sind provisorisch; Carolas Homeoffice ist ebenfalls abgebrannt und damit auch ihre berufliche Existenzgrundlage. Der Texttreff hat deshalb über Nacht eine Spendenwebsite aus dem Boden gestampft und ein Spendenkonto eingerichtet.

Bitte helft: Spendet, verbreitet den Link zu Abgebrannt! Wir helfen. auf Twitter, Facebook in euren Blogs.