Als wir am 28. Oktober öffentlich um Wörterbuch-Spenden baten, um sie Geflüchteten im Übergangswohnheim Burbach zu geben, haben wir durchaus mit Hilfsbereitschaft gerechnet. Aber: SO VIEL Rücklauf habe zumindest ich absolut nicht erwartet. (10 ausgemusterte alte Schul-Englischwörterbücher: Das würden wir zusammenkriegen, dachte ich. Ha!) Spätestens, als eine liebe befreundete Übersetzerin uns anbot, unseren Aufruf auch in Übersetzerforen zu platzieren, ahnten wir langsam:  Nee, das wird deutlich mehr.

Dass ganz viele Menschen abgesehen von ausgemusterten Büchern aus eigenen Beständen auch Neuware bestellen und uns schicken, ermöglicht uns, selbst exotischere Wünsche wie Arabisch-Deutsch, Persisch-Deutsch, Albanisch-Deutsch oder Kroatisch-Deutsch verschenken zu können, wenn wir unter den Bewohner/-innen des Heims auf entsprechenden Bedarf stoßen.

Wow. Danke!

Mal

Malbücher bzw. Kinder-Wörterbücher für die Kinderbetreuung im Heim – auch eine coole Idee und wunderschöne Beigabe. :-)

Jeden Tag trudeln Päckchen und Pakete aus ganz Deutschland ein. Wir kennen nur einen Bruchteil der Absenderinnen und Absender persönlich. Menschen, die uns überhaupt nicht kennen, schenken uns ihr Vertrauen und schicken uns bestellte Neuware von Online-Buchhändlern. Einfach so, weil wir drum bitten und die Leute die Bitte hören – und nicht nur verstehen, dass ein Wörterbuch die ersten Schritte in einem neuen Land einfacher machen kann, sondern auch mit absoluter Selbstverständlichkeit bereit sind, dieses Bedürfnis zu beantworten. Da kann man schon mal ein Rührungstränchen verdrücken, oder?!

Noch nie hat jemand erst mal misstrauisch nachgefragt, ob wir die Wörterbücher denn überhaupt sinnvoll an die richtigen Empfängerinnen und Empfänger bringen (tun wir übrigens, nach bestem Wissen und Gewissen)! Nie fragte jemand “Muss das sein?”, aber viele fragten “Was braucht ihr denn sonst, kann ich noch was helfen?”

Ich hatte mal die Vorstellung, das Foto eines großen Bücherbergs zu zeigen, um zu verdeutlichen, was an Spenden in den knapp zwei Wochen schon angekommen ist. So einen Bücherberg hat es in dem Sinne nie gegeben: Ein Teil der Spenden liegt bei mir zu Hause, ein anderer in meinem Büro, ein dritter im Kofferraum, ein vierter in Markus’ Büro. Viele Bücher haben wir auch – unfotografiert – im Heim direkt unter die Leute gebracht (ausgepackt und gleich den Lernwilligen in die Hand gedrückt). Wir glauben, es sind mindestens 80 Bücher bisher (wahrscheinlich eher mehr).

Wir haben immer mal einzelne Lieferungen und Stapel fotografiert – die Sammlung dieser Bilder verdeutlicht vielleicht schon ganz gut, wie toll der Rücklauf auf unseren Aufruf ist. Die Wahrheit ist: Es waren sogar schon noch viel mehr! :-) (Übrigens: Französisch-Deutsch und Italienisch-Deutsch haben wir erst mal auf längere Sicht genug. Arabisch und Englisch bleiben die allerbeliebtesten Wörterbücher.)

In Münster gibt es mittlerweile wohl auch Leute, die Wörterbücher für die Geflüchteten vor Ort sammeln. Mit ziemlicher Sicherheit sind die Bedürfnisse überall vergleichbar. Selbst im Urlaub hat man ja gern ein  paar Wörter zum Nachschlagen in der Tasche, wie viel wertvoller muss sich so ein Hilfsmittel dann anfühlen, wenn man ein neues Leben im neuen Land beginnt? Wer also ein Heim für Geflüchtete in der Nähe hat: Ich wette, Menschen mit Bedarf an Wörterbüchern sind dort schnell gefunden.


934852_10152624926884442_2027518103344973467_n

10750327_10152624901739442_7361085644339647959_o 10805719_10152624901449442_2881979211610792999_n 10730970_10152624905954442_4595988233301081128_n (1) 10730797_10152624901384442_5354970686983074018_n (1) 10624647_10152624901634442_4492945703293955023_n 10460968_10152624905969442_5760591739187276575_n 10396283_10152624901689442_2267477283045214976_n

10801825_10152624922104442_7134808866232068454_n