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	<title>Textsektor-Blog &#187; Siegen</title>
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		<title>Achtung, Eigenwerbung!</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 07:42:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ungelogen.]]></category>
		<category><![CDATA[Business-Software im Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Geschäftstexte schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Neue deutsche Rechtschreibung]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Media für Unternehmen]]></category>

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		<description><![CDATA[An dieser Stelle sollte jeder weglesen, der keine Lust auf plumpe Aufzählung eigener Leistungen hat (los, los, weggucken, sonderlich originell wird diese Eigenwerbung nicht, eher plakativ, ich kokettiere nicht!). Was geschehen wird: Ich gehe unter die Dozenten und werde in den kommenden Monaten drei Seminare beim Institut für Weiterbildung Südwestfalen anbieten. Seminar 1 trägt den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An dieser Stelle sollte jeder weglesen, der keine Lust auf plumpe Aufzählung eigener Leistungen hat (los, los, weggucken, sonderlich originell wird diese Eigenwerbung nicht, eher plakativ, ich kokettiere nicht!).</p>
<p>Was geschehen wird: Ich gehe unter die Dozenten und werde in den kommenden Monaten drei Seminare beim <a href="http://olpe.cjd.de/olpe/pages/index/p/3982" target="_blank">Institut für Weiterbildung Südwestfalen</a> anbieten.</p>
<p>Seminar 1 trägt den Titel <a href="http://olpe.cjd.de/olpe/pages/index/p/14155?toolpreview=1" target="_blank">Social Media für Unternehmen (2-tägig),</a> findet am 16./17.3. 2012 in Siegen statt und am 14./15.6.2012 in Olpe.</p>
<p>In Seminar 2 geht es um <a href="http://olpe.cjd.de/olpe/pages/index/p/14156?toolpreview=1" target="_blank">Geschäftstexte schreiben, die gerne gelesen werden (2-tägig)</a>: am 30./31.3.2012 in Siegen, am 28./29.6.2012 in Olpe.</p>
<p>Seminar 3 wiederum möchte Licht in orthografische Irritationen bringen: <a href="http://olpe.cjd.de/olpe/pages/index/p/14157?toolpreview=1" target="_blank">Neue deutsche Rechtschreibung: Was hat sich geändert, was ist gleich geblieben?</a> (20.2.2012 in Siegen, 10.5.2012 in Olpe.)</p>
<p>Ein Hinweis noch auf ein Angebot meiner Freunde und Bürogemeinschaftsnachbarn Markus Möller und Simon Stücher (nicht, weil es meine Freunde und Bürogemeinschaftsnachbarn sind, sondern weil ich weiß, dass sie wissen, wovon sie reden!): <a href="http://olpe.cjd.de/olpe/pages/index/p/14186?toolpreview=1" target="_blank">Business-Software im Internet &#8211; Wie Online-Tools den Geschäftsalltag erleichtern</a> (13.2.2012 in Siegen, 4.5.2012 in Olpe).</p>
<p>Ende der Werbeeinblendung &#8211; danke für die Aufmerksamkeit! ;-)</p>
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		<title>„Du rauchst viel und bist lustig“</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 17:54:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geliebt.]]></category>
		<category><![CDATA[Genossen.]]></category>
		<category><![CDATA[Bis bald mein Freund]]></category>
		<category><![CDATA[Siegen]]></category>

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		<description><![CDATA[Geplant war das ja mal ganz anders: Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, die Vernissage zur Ausstellung &#8220;Bis bald mein Freund&#8221; am 16. November zu besuchen, zu der Daniela Sisman und Michael Debus eingeladen hatten (die beiden sind die Köpfe hinter dem Veranstalter &#8220;Kunstprojekt Janson&#8221; und gleichzeitig die Gründer der Siegener Rasterfabrik). Dann kam was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geplant war das ja mal ganz anders: Eigentlich hatte ich mich darauf gefreut, die Vernissage zur Ausstellung <a href="http://bisbaldmeinfreund.de/index.html" target="_blank">&#8220;Bis bald mein Freund&#8221;</a> am 16. November zu besuchen, zu der Daniela Sisman und Michael Debus eingeladen hatten (die beiden sind die Köpfe hinter dem Veranstalter &#8220;Kunstprojekt Janson&#8221; und gleichzeitig die Gründer der Siegener<a href="http://rasterfabrik.de/" target="_blank"> Rasterfabrik</a>). Dann kam was dazwischen, ich hab mir fast in den Po gebissen vor Ärger, weil ich wirklich neugierig war. Schließlich habe ich meinem Fernbleiben auch noch die Krone der Unverschämtheit aufgesetzt, indem ich ganz unverfroren angefragt habe, ob ich vielleicht Tage später eine Exklusivführung haben darf. Und tatsächlich war Daniela so lieb, sich mit mir zu verabreden und mir sehr viel zu dem zu erzählen, was es in der obersten Etage des Siegener KrönchenCenters<span id="more-1181"></span> noch bis Ende Dezember zu sehen gibt.</p>
<div id="attachment_1182" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/11/IMG00222-20101125-1303.jpg"><img class="size-medium wp-image-1182" title="IMG00222-20101125-1303" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/11/IMG00222-20101125-1303-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Liebe steckt bekanntlich im Detail. Oder in der Fußmatte vor dem Ausstellungsraum.</p></div>
<p>&#8220;Bis bald mein Freund&#8221; stellt Briefe aus.  Briefe, die sehr persönlich sind. Ob mancher Schreiber nicht Sorge hatte, dass seine Werke allzu privat für eine Ausstellung  seien, habe ich Daniela gefragt. Nein, hat sie mir erklärt. Diese Sorge hatte keiner. Alle Autorinnen und Autoren wollten gern, dass die Öffentlichkeit erfährt, was sie ihren Adressaten mitzuteilen hatten.</p>
<p>&#8220;Du rauchst viel und bist lustig&#8221;, hat Rainer an Erich geschrieben. Und außerdem: &#8220;Ich kann dich gut leiden.&#8221; Nicole an Nevim: &#8220;Es ist gut, eine Freundin wie dich zu haben.&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich hoffe, dass diese Freundschaft lange hält&#8221;,  &#8220;Immer, wenn ich dich sehe, bekomme ich Schmetterlinge im Bauch&#8221; &#8230; Viele Botschaften in der Ausstellung sind unheimlich persönlich &#8211; warum gehen sie die Besucher von &#8220;Bis bald mein Freund&#8221; überhaupt etwas an?</p>
<p>Weil die Autorinnen und Autoren der Briefe selten Gelegenheit bekommen, sich auszudrücken. Weil es Menschen gibt, die denken, was Emine, Nicole, Mario, Carola oder einen der anderen bewegt, könnte abweichen von dem, was die sogenannten &#8220;normalen&#8221; Leute beschäftigt. Dass das ein Irrtum ist, beweisen die Briefe: &#8220;Warst du schon mal im Stadion? Vielleicht können wir mal zusammen dorthin fahren.&#8221; &#8220;Wir hatten wieder einen anstrengenden Arbeitstag.&#8221; &#8220;Ich freue mich schon auf den Urlaub.&#8221; Der Alltag von Niklas, Karin und Andreas unterscheidet sich nicht sehr von meinem oder einem der anderen Ausstellungsbesucher. Was uns durchaus unterscheidet: Die ausstellenden Künstler stecken in der Schublade &#8220;geistig behindert&#8221;. Und deshalb finden sie nicht immer das Gehör, das ihnen zusteht. Weil der Stempel &#8220;Behinderung&#8221; so manchen glauben macht, dass nichts zu sagen hat, wer nicht wie andere ist.</p>
<div id="attachment_1184" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/11/IMG00226-20101125-1830.jpg"><img class="size-medium wp-image-1184" title="IMG00226-20101125-1830" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/11/IMG00226-20101125-1830-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Alle Exponante sind als Postkarten auch käuflich zu erwerben. Schenken Inspiration, wenn beim nächsten Brief an Tante Jutta die Ideen fehlen.</p></div>
<p>Das Projekt entstand als Resultat eines Schreib- und Lesekurses für Menschen mit geistiger Behinderung, den Daniela schon seit Jahren an der Siegener Volkshochschule gibt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind aus ganz unterschiedlichen Beweggründen dort. Manche wünschen sich mehr Übung, um sicherer im Umgang mit Buchstaben zu werden &#8211; andere kommen als Analphabeten und lernen bei Daniela Buchstabe für Buchstabe die Welt des geschriebenen Wortes kennen. Im Kurs schreiben sie einander Briefe, über Wochen hinweg, erzählen, was ihnen wichtig ist, und nehmen dabei Bezug aufeinander. &#8220;Ich kenne dich noch nicht lange, aber ich finde dich nett.&#8221; &#8220;Warum gibst du dir keine Mühe zu lernen? Du kannst das doch.&#8221; Was manchem Besucher der Ausstellung vielleicht nicht auf den ersten Blick klar sein wird: Die Briefe, die in Übergröße an der Wand hängen, haben manche der Künstlerinnen und Künstler viele Stunden Arbeit gekostet, weil es das erste Mal überhaupt war, dass sie sich schriftlich mitgeteilt haben. Für Erstlingswerke sind die Ergebnisse erstaunlich gehaltvoll. Immer. Und deshalb sind ihre Urheber zu Recht stolz.</p>
<div id="attachment_1183" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/11/IMG00224-20101125-1313.jpg"><img class="size-medium wp-image-1183" title="IMG00224-20101125-1313" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/11/IMG00224-20101125-1313-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Audiobotschaften der Künstler. Bitte hier drücken.</p></div>
<p>Ich ärgere mich auch nach meinem Gang durch die Exponate, dass ich die Vernissage verpasst habe, obwohl Daniela mir ihre Zeit geschenkt und mir so viel von den Machern und der Entstehung der Ausstellung erzählt hat. Denn am Tag der Eröffnung hätte ich die 14 Autorinnen und Autoren &#8211; Erich, Nicole, Andreas, Daniel, Karin, Niklas, Nevim, Mario, Carola, Emine, Rainer, Sonja, Carina und Patrik &#8211; persönlich kennengelernt. Was mich tröstet: Zwischen den ausgestellten Briefen warten Audiobotschaften der Künstler auf die Besucher. &#8220;Man schreibt viel zu selten Briefe&#8221;, hört man da zum Beispiel. So sind sie alle also doch irgendwie anwesend. Und weil man sie dank ihrer Post ein bisschen kennengelernt zu haben glaubt, ist es schön, auch ihre Stimmen zu hören. (160 Gäste hatte die Vernissage übrigens. Das kriegen die meisten überregionalen Kunstmuseen ja nicht mal immer hin!)</p>
<p>Die Ausstellung dauert noch bis zum 19. Dezember 2010. Die Bilder und die Sprechbotschaften warten im KrönchenCenter (Markt 25), 57072 Siegen, auf aufgeschlossene Besucher. Weitere Infos holt man sich hier: <a href="http://bisbaldmeinfreund.de/" target="_blank">bisbaldmeinfreund.de</a>, Facebook-Nutzer <a href="http://www.facebook.com/home.php?ref=home#!/bisbaldmeinfreund" target="_self">können hier Fan werden</a>. Dringende Hingeh-Empfehlung meinerseits!</p>
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		<title>Muss das so? (Teil 2)</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 14:11:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Siegen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ist irgendwie typisch Siegen &#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist irgendwie typisch Siegen &#8230;</p>
<div id="attachment_1151" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/11/Handyzeug-0261.jpg"><img class="size-medium wp-image-1151 " title="Handyzeug 026" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/11/Handyzeug-0261-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Nein, mein Kind, wir sind gar nicht streng - schließlich lassen wir dich bis Mitternacht ausgehen. Aber wehe, du bist nicht Punkt 22 Uhr zu Hause!&quot;</p></div>
<p style="text-align: center;">
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		<title>Oktoberfrieden</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Oct 2010 09:55:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Genossen.]]></category>
		<category><![CDATA[Friedhofswald]]></category>
		<category><![CDATA[Siegen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im verschneiten Siegener Friedhofswald war ich schon im Februar. Die Bilder hatte ich hier gezeigt. Und so sieht das friedliche Plätzchen in der Oktobersonne aus: Ein Stück Natur für Spazier- und Gedankengänge, nicht abgeschottet, kein trauriger Ort. &#8220;Kreislauf des Lebens&#8221; ist hier mehr als eine Worthülse. Ein schöner Platz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im verschneiten Siegener Friedhofswald war ich schon im Februar. <a href="http://www.textsektor.de/blog/2010/03/friedlich/" target="_blank">Die Bilder hatte ich hier gezeigt.</a></p>
<p>Und so sieht das friedliche Plätzchen in der Oktobersonne aus:</p>
<p><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/IMG00134-20101014-1329.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1116" title="IMG00134-20101014-1329" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/IMG00134-20101014-1329-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/IMG00135-20101014-1329.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1117" title="IMG00135-20101014-1329" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/IMG00135-20101014-1329-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/IMG00140-20101014-1336.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1119" title="IMG00140-20101014-1336" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/IMG00140-20101014-1336-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Ein Stück Natur für Spazier- und Gedankengänge, nicht abgeschottet, kein trauriger Ort. &#8220;Kreislauf des Lebens&#8221; ist hier mehr als eine Worthülse. Ein schöner Platz.</p>
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		<title>Fliegen und Siegen</title>
		<link>http://www.textsektor.de/blog/2010/09/1069/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 12:45:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Parallelwelten]]></category>
		<category><![CDATA[NRW-Tag]]></category>
		<category><![CDATA[Siegen]]></category>

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		<description><![CDATA[Haben Sie Ihren Sommerurlaub auch hinter sich gebracht? Und den Hochsommer dazu genutzt, um in ein noch wärmeres Gebiet zu verreisen? Sind Sie geflogen? Ich bin’s. Und habe mich bestimmt zum 20. Mal gefragt, warum an den Abflugterminals der Flughäfen fast immer Koffergeschäfte zu finden sind. Unterwäsche, Drogerieartikel, Bücher – alles nachvollziehbar, auch kurz vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Haben Sie Ihren Sommerurlaub auch hinter sich gebracht? Und den Hochsommer dazu genutzt, um in ein noch wärmeres Gebiet zu verreisen? Sind Sie geflogen? Ich bin’s. Und habe mich bestimmt zum 20. Mal gefragt, warum an den Abflugterminals der Flughäfen fast immer Koffergeschäfte zu finden sind. Unterwäsche, Drogerieartikel, Bücher – alles nachvollziehbar, auch kurz vor Abflug. Aber Koffer? Wer bemerkt denn erst in allerletzter Sekunde, dass ihm ein Koffer fehlt? Hatte derjenige Badehose und Wechselhemden als Bündel unterm Arm dabei und schlägt sich erleichtert vor den Kopf, wenn er das Geschäft sieht: „Ach richtig, da war doch noch was“?</p>
<p>Noch so eine frische Flughafenerfahrung: In den studentischen Jahren der individuellen Rucksacktouren starrte man eigentlich immer auf Tragflügel, weil man jung und agil genug für Notausgangsplätze wirkte, auf die man bekanntlich nur gesetzt wird, wenn man im Ernstfall seinen Mitreisenden helfen könnte. Oder zumindest clever genug aussieht, um die Luke aufzukriegen. Und dann kommt dieser erste Flug, nach dem alles anders ist. Im flüchtigen musternden Blick des Bodenpersonals ist deutlich ein Gedanke zu lesen: Gut möglich, dass da noch was Jüngeres und Agileres kommt, halten wir die Notausgangsplätze erst mal frei. (Das tut aber nur beim ersten Mal weh, später genießt man einfach den freieren Ausblick ohne Tragflügel.)</p>
<p>Nun ist es für viele wieder für eine Weile vorbei mit der Urlaubsroutine: mehr Essen, aber auch mehr Bewegung als im Arbeitsalltag, mehr Sonne, mehr Mückenstiche … Schön war’s, nicht wahr? Und nun – nix, auf das man sich freuen könnte bis zum Skiurlaub nach Silvester? Ach Quatsch! Südwestfalen wartet auf ein richtiges Groß-Event: Schon bald, nämlich vom 17. bis zum 19. September, findet der NRW-Tag statt, und zwar in jener südwestfälischen Stadt, die sich durch ihre Gastgeberrolle das „Was ist schlimmer als Verlieren?“-Image ein für allemal von der unterschätzten Backe wischen wird. Siegen steht in den Startlöchern. Hat nationale und lokale Promis eingeladen und ist schon ein bisschen aufgeregt, weil so viele Besucher erwartet werden. Die Aufmerksamkeit hat das Städtchen verdient – auch so eine Urlaubserfahrung: Dass der südeuropäische Gastgeber keine Ahnung hat, wo dieses Siegen liegt, ist ja noch nachvollziehbar, dass aber weder der nord- noch der süddeutsche Mittourist aus bevölkerungsreichen Großstädten je davon gehört haben, dass Siegen nicht nur ein substantiviertes Verb ist, ist ganz schön empörend. Aber passiert. Noch!</p>
<p>Für jene, denen Siegen und Siegener Eigenheiten ebenfalls fremd sind, wurde extra für den NRW-Tag die interaktive Plattform <a href="http://www.unser-siegen.de" target="_blank">www.unser-siegen.de</a> entwickelt, auf der Ansässige in 140-Zeichen-Kurzerklärungen ihre Stadt beschreiben (und dabei gewinnen können, nur mal als Tipp) und Nicht-Ansässige herausfinden, was zum Beispiel <a href='http://twick.it/de/Durjenannersoppe' target='_blank' rel='glossary' title='Beliebte Samstagmittagspeise, die einst ausländische Besucher zu der Bemerkung: "Darin fehlt nur noch der Pudding" inspirierte.' class='wp_twickit_link' id='dummy0.99999200 1328396658442'>Durjenannersoppe</a>
                            <script type="text/javascript">
                            wpTwickitLinkInit("dummy0.99999200 1328396658442", "<a href='http://twick.it/de/Durjenannersoppe' target='_blank' class='twick'>Durjenannersoppe</a><br />Beliebte Samstagmittagspeise, die einst ausländische Besucher zu der Bemerkung: &quot;Darin fehlt nur noch der Pudding&quot; inspirierte.<br />");
                            </script>
                         ist. (Ich weiß es auch erst seit Kurzem. Scheint nicht so schlimm zu sein.)</p>
<p>Und wenn der Trubel um den NRW-Tag vorbei ist, sinniere ich weiter darüber nach, warum ausgerechnet an dem einen Flughafen, an dem mein Koffer mal kaputtging, kein Geschäft für eine Ersatztasche zu finden war. Ist doch verrückt.</p>
<p><em>Veröffentlicht im <a href="http://suedwestfalenmanager.de/" target="_blank">SÜDWESTFALEN MANAGER</a> (Ausgabe September 2010) unter der Rubrik „Parallelwelten“.</em></p>
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		<title>Muss das so?</title>
		<link>http://www.textsektor.de/blog/2010/07/muss-das-so/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 05:14:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ungelogen.]]></category>
		<category><![CDATA[Siegen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich mag ja dieses Provinzstadt-Bashing nicht, also verallgemeinerndes Gegiggel über strukturschwache Gegenden und die dortigen Marotten. Mache ich deshalb nie bis selten. Ich zähle nur auf, was mir in letzter Zeit auffiel. Und zwar in meiner eigenen strukturschwachen Wahlheimat. &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211; Eine ansässige Ausstellung mit dem vielversprechenden Namen &#8220;Goya meets Rubens&#8221; bringt eine bewegende Erkenntnis zutage: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mag ja dieses Provinzstadt-Bashing nicht, also verallgemeinerndes Gegiggel über strukturschwache Gegenden und die dortigen Marotten. Mache ich deshalb nie bis selten. Ich zähle nur auf, was mir in letzter Zeit auffiel. Und zwar in meiner eigenen strukturschwachen Wahlheimat.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Eine ansässige Ausstellung mit dem vielversprechenden Namen<span id="more-1022"></span> &#8220;Goya meets Rubens&#8221; bringt eine bewegende Erkenntnis zutage: Beide Künstler porträtierten sich selbst mit Hut auf dem Kopf. (Darauf wurde während der Führung explizit und mehrmals hingewiesen. Und die Parallele ließ sich sogar in Augenschein nehmen. Uh.)</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Die ansässige Stadtbibliothek sortiert ihren Filmbestand weder alphabetisch noch thematisch, sondern gar nicht.</p>
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<p>Auch nach 10 Monaten intensiver Bemühungen und Kontaktaufnahme mit vier verschiedenen Installateuren ist es unmöglich, eine Duschkabine so einbauen zu lassen, dass kein Wasser mehr aus der Wanne tritt: Drei Handwerker haben keine Lust auf den Auftrag und melden sich nach dem Kostenvoranschlag nie wieder, der vierte montiert sie falsch.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Aus dem Småland des Siegener IKEA wollen Kinder abgeholt werden, die Jochen-Kai heißen.</p>
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<p>Ohne Wertung! Ich hab&#8217;s nur aufgezählt!</p>
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		<title>Die Siegerländer Ratse</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 10:18:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ungelogen.]]></category>
		<category><![CDATA[Mythos]]></category>
		<category><![CDATA[Ratse]]></category>
		<category><![CDATA[Siegen]]></category>
		<category><![CDATA[Siegerland]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hab vergessen, wie es mit Mythen in Großstädten ist, ich lebte wohl zu wenig lang in welchen (ein halbes Jahr im wundervollen Prag, zweieinhalb Jahre in meiner Wahlheimat Frankfurt am Main). Mit Mythen in Provinzstädten dagegen kenne ich mich aus: Die sind meist irre, verbreiten sich auf merkwürdigen Kanälen, halten sich hartnäckig und dienen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hab vergessen, wie es mit Mythen in Großstädten ist, ich lebte wohl zu wenig lang in welchen (ein halbes Jahr im wundervollen Prag, zweieinhalb Jahre in meiner Wahlheimat Frankfurt am Main). Mit Mythen in Provinzstädten dagegen kenne ich mich aus: Die sind meist irre, verbreiten sich auf merkwürdigen Kanälen, halten sich hartnäckig und dienen immer einer Strategie. Meist Terrorisierung der Nachbarn.</p>
<p>In Siegen und Umgebung zum Beispiel sorgt ein wunderliches Fabelwesen für Angst und Schrecken: die Ratse. Die Ratse ist ein Hybridwesen, das halb aus <strong>RAT</strong>te, halb aus Stallha<strong>SE </strong>besteht. Es lebt, um Familien mit Kindern klarzumachen, weshalb ihre possierlichen Haustiere erst eine große Gefahr für anliegende Schrebergärten sind, dann aber zum Risiko für uns alle werden: Hasen ziehen Ratten an, die sich mit den Schmusenagern paaren &#8211; und ganz grauslichen Nachwuchs erzeugen. Was für ein fieses Arschloch die Ratse ist, zeigt sie schon bei ihrer Geburt: Sie kommt auf die Welt, indem sie sich blutrünstig durch den Mutterhasenleib bohrt (grober Ideenklau bei  &#8220;Alien&#8221;, Teil I bis IV).</p>
<div id="attachment_942" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/HASE_Maja_Dumat.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-942 " title="HASE_Maja_Dumat" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/HASE_Maja_Dumat-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Hase ...</p></div>
<div id="attachment_943" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/RATTE_Werner-David.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-943 " title="RATTE_Werner David" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/07/RATTE_Werner-David-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">... plus Ratte = ???</p></div>
<p>Sie vereint alle schlechten Eigenschaften beider Arten: überträgt Krankheiten und klaut gleichzeitig Möhren. <span id="more-941"></span>Sie ist ein dummes Wesen, weil ihre Gene ihr suggerieren, ein Raubtier zu sein (Ratte!), ihr aber andererseits einen ausgeprägten Fluchtinstinkt bescheren (Hase!). Sie greift also gerne an, traut sich dann aber nur, Gemüse zu jagen. Weil das Viech so scheu ist, haben es bislang ausschließlich Schrebergärtner zu Gesicht bekommen; diese Gattung wiederum hat ja bekanntermaßen eine außergewöhnlich hohe Beobachtungsgabe, grad, wenn es um Vorgänge jenseits des Gartenzauns geht. Würde man die Biester doch endlich mal zu fassen bekommen, das wäre der Jackpot für die Kleidungsindustrie: flauschige Wolle (Hase!), die jeden Atomkrieg überstehen könnte (Ratte!).</p>
<p>Die Nachbarshasen haben übrigens nicht überlebt. Eines Morgens lagen sie ordentlich nebeneinander tot in ihrem Außengehege. Es sah aus wie ein Unfall &#8230;</p>
<p><em>Fotos: pixelio.de<br />
Hase: Maja Dumat<br />
Ratte: Werner David</em></p>
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		<title>Friedlich</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 20:27:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Genossen.]]></category>
		<category><![CDATA[Friedhofswald]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Siegener . Sieht aus wie ein &#8230; normaler Wald, nicht wahr? Das macht ihn so friedlich. Unauffällige Schilder an den Bäumen erinnern an die Menschen, die hier begraben sind. Ein schönes Konzept.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Siegener <a href='http://twick.it/de/Friedhofswald' target='_blank' rel='glossary' title='Waldstück, in dem die Asche von Verstorbenen in Baumnähe bestattet wird und das Trauernden und Spaziergängern als Andachtsort offensteht.' class='wp_twickit_link' id='dummy0.34643100 1328396659996'>Friedhofswald</a>
                            <script type="text/javascript">
                            wpTwickitLinkInit("dummy0.34643100 1328396659996", "<a href='http://twick.it/de/Friedhofswald' target='_blank' class='twick'>Friedhofswald</a><br />Waldstück, in dem die Asche von Verstorbenen in Baumnähe bestattet wird und das Trauernden und Spaziergängern als Andachtsort offensteht.<br />");
                            </script>
                        .</p>
<p><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/IMG00004-20100307-1615.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-833" title="IMG00004-20100307-1615" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/IMG00004-20100307-1615-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><span id="more-832"></span></p>
<p><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/IMG00008-20100307-1617.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-834" title="IMG00008-20100307-1617" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/IMG00008-20100307-1617-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/IMG00005-20100307-1616.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-835" title="IMG00005-20100307-1616" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/IMG00005-20100307-1616-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Sieht aus wie ein &#8230; normaler Wald, nicht wahr? Das macht ihn so friedlich. Unauffällige Schilder an den Bäumen erinnern an die Menschen, die hier begraben sind. Ein schönes Konzept.</p>
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		<title>Westfälische Schlichtheit</title>
		<link>http://www.textsektor.de/blog/2009/07/westfalische-schlichtheit/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 06:29:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Parallelwelten]]></category>
		<category><![CDATA[Ungelogen.]]></category>
		<category><![CDATA[Pragmatismus]]></category>
		<category><![CDATA[Siegen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein finnischer IT-Experte hatte Anfang des Jahres bei einem Verkehrsunfall seinen rechten Ringfinger verloren. Eine simple Prothese war ihm aber nicht pragmatisch genug: Er individualisierte diese Option, indem er in seinen künstlichen neuen Finger ein Speichermedium mit USB-Anschluss integrieren ließ – denn so hat er seine wichtigsten Daten nun immer direkt bei der Hand. (Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein finnischer IT-Experte hatte Anfang des Jahres bei einem Verkehrsunfall seinen rechten Ringfinger verloren. Eine simple Prothese war ihm aber nicht pragmatisch genug: Er individualisierte diese Option, indem er in seinen künstlichen neuen Finger ein Speichermedium mit USB-Anschluss integrieren ließ – denn so hat er seine wichtigsten Daten nun immer direkt bei der Hand. (Und das könnte nicht wörtlicher gemeint sein.)</p>
<p>Einen Südwestfalen erstaunt eine solche Meldung wohl nicht. Ihn selbst zeichnet ja das Pragmatismus-Gen aus: „Keep it short and simple“ lautet ein ehernes Marketinggesetz, und das muss entweder ein Südwestfale erfunden haben oder in Südwestfalen abgeguckt worden sein<span id="more-367"></span> – die Menschen hier mögen es wahrlich kurz und knackig. Das sieht man an den Siegerländer Sprechgewohnheiten, denn das wichtigste Vokabular der Region besteht aus gerade mal zwei Ausdrücken: „Nodda“ (etwa „Hallo“, „Tschüss“ und „Na denn“) und „Hö-ö“ (ein Zeichen für Zustimmung und Ablehnung sowie Universalwort für ungefähr alles). Völlig ausreichend für den Siegerländer, um große und kleine Geschäfte abzuwickeln – Brötchenkauf wie Konzernübernahme – und Liebeserklärungen zu machen.</p>
<p>Short and simple auch die regionale Namensgebung: Siegen hat zwei Schlösser. Die heißen schlicht „Oberes“ und „Unteres Schloss“ – selbst für Auswärtige leicht zu begreifen. Ein unübersehbares Wahrzeichen schmückt eines von ihnen, ein <a href="http://www.siwitourist.de/sehenswertes/20-Dicker-Turm.html" target="_self">wuchtiger, trutziger Turm. Die offizielle Nomenklatur hat ihm mit fast erschreckend präziser Einfachheit einen Namen verliehen: „Dicker Turm“ </a>heißt er. Wie auch sonst? Naheliegend die Siegerländer Form der Zweitverwertung: So ein Schloss ist groß und hat dicke, stabile Mauern – das ist doch ein prima Knast! So wurde selbiger aus ihm. Nodda.</p>
<p>Praktisch – natürlich! – auch die Drittverwertung: Aus dem Knast wird Uni. Bis 2013 sollen die BWLer Einzug halten; mit absoluter Sicherheit gibt es äußerst westfälische Gründe, weshalb es gerade dieser Fachbereich sein soll. Honi soit qui mal y pense – ein Schelm, wer Arges dabei denkt! Oder die westfälische Oma: Sie überreicht ihren Enkeln Geldgeschenke seit Menschengedenken in Blanko-Grußkarten mit den Worten: „Ich habe nichts reingeschrieben, dann kannst du sie noch mal verwenden.“ Das ist vollkommen ironiefrei – dafür urwestfälisch.</p>
<p>Mag es Folge des leidenschaftslosen Pragmatismus sein oder nicht: Das Siegerland gilt als <em>die </em>Mittelstandsregion Deutschlands. Der Südwestfale macht davon aber kein großes Aufhebens. Er nimmt es zur Kenntnis, nickt und sagt „Hö-ö“. Short and simple.</p>
<p><em>Veröffentlicht im <a href="http://suedwestfalenmanager.de/" target="_blank">SÜDWESTFALEN MANAGER</a> (Ausgabe Juni/Juli 2009) unter der Rubrik &#8220;Parallelwelten&#8221;.</em></p>
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