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	<title>Textsektor-Blog &#187; Zeitmanagement</title>
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	<description>Fundstücke.</description>
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		<title>Zeitmanagement. Kreativ.</title>
		<link>http://www.textsektor.de/blog/2011/06/zeitmanagement-kreativ/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Jun 2011 08:14:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ungelogen.]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie man seinen Tag auf eine Weise strukturiert, dass ein Geschwindigkeitsrausch erzeugender Workflow entsteht? Vorschlag 1: &#8220;Hier, sag ich dir, nämlich so: Mit ner fiesen Aufgabe anfangen, dann ist die schon mal weg und alles danach wirkt fast wie Freizeit.&#8221; Vorschlag 2: &#8220;Quatsch, nee, damit nimmt man sich ja jede Motivation und spielt den Tag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie man seinen Tag auf eine Weise strukturiert, dass ein Geschwindigkeitsrausch erzeugender Workflow entsteht?</p>
<p>Vorschlag 1: &#8220;Hier, sag ich dir, nämlich so: Mit ner fiesen Aufgabe anfangen, dann ist die schon mal weg und alles danach wirkt fast wie Freizeit.&#8221;</p>
<p>Vorschlag 2: &#8220;Quatsch, nee, damit nimmt man sich ja jede Motivation und spielt den Tag lang Angry Birds, um sich vorm Anfangen zu drücken! Fang mit was Schönem an, dann biste schon drin im Arbeitsmodus, wenn das Fiese ansteht!&#8221;<span id="more-1260"></span></p>
<p>Vorschlag 3: &#8220;Das umfangreichste To-do des Tages als Erstes! Wie beim Beladen des Kofferraums: Erst die Getränkekiste, danach die kleinen Tüten drumrum anordnen &#8230; Sonst verzettelt man sich mit dem Kleinzeug!&#8221;</p>
<p>Vorschlag 4: &#8220;Nix, erst mal was Kleines wegschaffen, dann hat man gleich früh am Morgen schon was zum Wegstreichen auf der Aufgabenliste. Das fühlt sich besser an!&#8221;</p>
<p>&#8230;&#8230;</p>
<p>Aha.</p>
<p>Ich mache das ja ganz anders: Jede Aufgabe des Tages bekommt genau ein Post-it. To-dos drauf notieren, Zettelchen falten. Eine Glücksfee auswählen (wohl dem, der eine Bürogemeinschaft hat). Ziehen lassen. Am Kopf kratzen, weil die nun per Zufall entstehende Aufgaben-Reihenfolge nicht immer Sinn ergibt. Dem Schicksal ergeben &#8211; wäre ich angestellt und hätte einen Chef, würde der mir ja auch sinnlose Anweisungen geben. Losarbeiten. Befriedigt Punkt 1 der To-do-Liste streichen: &#8220;Reihenfolge der heutigen Aufgaben festlegen&#8221;: Das wäre jetzt schon mal geschafft! Erste Pause also wohlverdient. Geschwindigkeitsräusche werden überbewertet.</p>
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		<title>Heilsames für Homeoffice-Müde</title>
		<link>http://www.textsektor.de/blog/2010/01/heilsames-fur-homeoffice-muede/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 17:49:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gefunden.]]></category>
		<category><![CDATA[Birgit Golms]]></category>
		<category><![CDATA[Gudrun Sonnenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Homeoffice]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist fast immer unglaubwürdig, wenn jemand behauptet, er habe auf ein bestimmtes Produkt, Buch, Musikstück, Kinoereignis &#8220;schon lange gewartet&#8221;. Also echt: Man wartet doch normalerweise nicht auf den neuesten Knüller, man ist froh, wenn man zufällig über ein Novum stolpert und es zur Begeisterung taugt. So läuft das. Nichts mit Sehnsucht und prophetischer Vorausdeutung. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist fast immer unglaubwürdig, wenn jemand behauptet, er habe auf ein bestimmtes Produkt, Buch, Musikstück, Kinoereignis &#8220;schon lange gewartet&#8221;. Also echt: Man <em>wartet </em>doch normalerweise nicht auf den neuesten Knüller, man ist froh, wenn man zufällig über ein Novum stolpert und es zur Begeisterung taugt. So läuft das. Nichts mit Sehnsucht und prophetischer Vorausdeutung. Außer beim &#8220;Herrn der Ringe&#8221;. Da hat man die Fortsetzung <em>wirklich</em> erwartet. Das ist aber was ganz anderes!</p>
<p><a href="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/homeoffice.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-645" title="Homeoffice" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2010/01/homeoffice.jpg?w=191" alt="" width="191" height="300" /></a>Und dennoch, selbst wenn es noch so abgenudelt klingt: Ich habe <em>ehrlich </em>auf Gudrun Sonnenbergs und Birgit Golms Buch <a href="http://www.ofv.ch/index.php?ID=bkDet&amp;nr=13452" target="_blank"><strong>Homeoffice</strong></a> gewartet. Und das kann ich sogar belegen. Ich muss dafür nur ein paar Einblicke in meinen Heimbüroalltag gewähren.</p>
<p>Da wäre zum Beispiel:</p>
<ul>
<li>die Nachbarin, die fest davon überzeugt ist, dass ich eigentlich den ganzen Tag Gerichtssendungen gucke &#8211; weil das ihrem Bild einer Person entspricht, die morgens nie das Haus verlässt, um auswärts einer Arbeit nachzugehen. (Und da weder unser Garten top gepflegt noch unser Flur gewischt  ist, ist es offensichtlich, dass ich auch nicht zu den  engagierten Hausfrauen südwestfälischer Couleur gehöre. Was also, ja, <em>was </em>tue ich eigentlich den ganzen Tag? Legitime Frage für Kittelschürzenträgerinnen, für die &#8220;Kindergärtnerin&#8221; oder &#8220;Krankenschwester&#8221; als anständige Frauenberufe gelten.)<span id="more-644"></span></li>
<li>diese verführerische Möglichkeit, bis zum Abend im Pyjama zu bleiben. Auch Kämme verlieren ihre Sinnhaftigkeit, wenn man tagsüber nur selten aus dem Haus geht.</li>
<li>diese eigenartige Auswahl: &#8220;Verdiene ich jetzt einen Haufen Geld als gut bezahlte Werbetexterin &#8211; oder räume ich lieber die Spülmaschine aus?&#8221; Und, verdammt, sofern man ein Deadline-Junkie ist, wird man überrascht sein, <em>wie</em> <em>häufig </em>die Spülmaschine diesen Wettstreit gewinnt! Es ist paradox, es ist unerklärlich, aber es ist so.</li>
</ul>
<p>Eigentlich wollte ich ja gar nicht über mich und meine ganz speziellen Probleme mit dem Dasein im heimischen Büro sprechen. Lediglich beweisen, dass ich aufrichtig auf ein Buch gewartet habe, das ein <strong>Erfolgreiches Heimspiel dank Zeit- und Selbstmangement</strong> verspricht. Lange bevor ich hörte, dass ein solcher Titel sich in der Produktion befände, habe ich ehrlich und wörtlich gedacht: &#8220;Ich brauche ein <em>How to</em>-Buch. Eines, das mir sowohl das Gefühl gibt, dass ich nicht allein mit meinen schlechten Eigenschaften bin, als auch gleich verrät, wie man gegen sich selbst ankämpft. Oder zumindest arrangiert. Mit sich und den Nachbarn.&#8221;</p>
<p>Immerhin habe ich ja eine Weile<a href="http://textsektor.wordpress.com/2009/05/11/abschied-mit-wehmut/" target="_blank"> in einer wunderbaren Bürogemeinschaft</a> gearbeitet, durch die der Privat- ganz klar vom Arbeitsbereich getrennt war. Und ich hätte das Arbeiten im externen Büro gewiss nicht aufgegeben, wenn ein Umzug mich nicht dazu gebracht hätte und Bürogemeinschaftsersatz sich nirgends auftun wollte.</p>
<p>Gudrun Sonnenberg und Birgit Golms kennen Spülmaschinen, Nachbarn, Anziehunmut. Keine Disziplinlosigkeit haben sie übersehen &#8211; keine jedenfalls, mit der ich mich herumschlagen muss. Und der überraschend versöhnliche Tenor des Buches lautet: Es ist okay, wenn du bist, wie du bist. Aber das, was dich aufhält, was dich selber stört und was deine Kreativität behindert, das lässt sich regeln.Wenn du willst.</p>
<p>Ich darf also disziplinlos sein. Aber ich muss es nicht mehr, wenn ich mich an einigen ganz praktischen Ideen festhalte, die die Autorinnen für mich gesammelt haben. Das bürdet mir nichts auf, das nimmt mir ganz im Gegenteil sogar Lasten von der Freelancer-Schulter. Um es ein bisschen konkreter auszudrücken: Hemmungsloses Faulenzen und Gammeln, das man sich erlaubt und bewusst gönnt, ist weitaus erfrischender als Rumgedaddele in Internetforen und auf Onlineportalen, während man doch <em>eigentlich unbedingt dringend </em>was ganz anderes tun wollte und ein schrecklich schlechtes Gewissen mit sich trägt. Ist doch so &#8211; oder etwa nicht? Je effektiver ich arbeite, umso mehr Zeit habe ich zur <em>wirklich</em> freien Verfügung. Das ist ziemlich logisch.</p>
<p>Hier ein paar meiner mit Textmarker dick angestrichenen Lieblingstipps, die ich <strong>Homeoffice</strong> verdanke:</p>
<ul>
<li>Eine Tagesplanung machen, die sich logisch mit der Wochenplanung deckt &#8211; und vor allem: am Abend checken, inwiefern sie eingehalten wurde. Weil die Autorinnen nichts dem Zufall überlassen, haben sie sogar eine Vorlage für den Plan gestaltet. Sympathische Geste!</li>
<li>Wenn ich eine Pause mache, lege ich mir die Materialien zurecht, die ich nach der Pause brauchen werde. Das erleichtert den Wiedereinstieg. (Ich hab&#8217;s getestet: Es funktioniert!)</li>
<li>Ein Tipp für den Umgang mit der bekittelschürzten skeptischen Nachbarin: &#8220;Sprechen Sie über Ihre Arbeit. Erzählen Sie Ihren Mitmenschen, woran Sie arbeiten und was Sie alles so zu tun haben.&#8221; Klingt simpel &#8211; und hat mir doch die Augen geöffnet. Sind denn die älteren Jahrgänge, die ihren Lebtag lang keine Berührung mit etwas derart Neumodischem wie einer Freelancerin hatten, vielleicht schuld daran, dass sie mit diesem unbekannten Lebensstil wenig anfangen können? Wenn ich keinen Einblick in meinen Arbeitsalltag gewähre, kann die Nachbarin auch nicht wissen, was hinter meiner verschlossenen Wohnungstür geschieht. Und ein schöner Nebeneffekt: Wenn ich öfter über meine Arbeit spreche, hören meine eigenen Ohren, was ich Tag für Tag leiste. Hört sich häufig richtig gut an.</li>
<li>Perfekter Übergang zum nächsten Lieblingstext: &#8220;Ich klopf mir selber auf die Schulter &#8211; Motivation im Homeoffice&#8221;. Ist gar nicht nur ein Tipp, sondern dankenswerterweise ein ganzes Unterkapitel. Gibt nämlich eine Menge zu sagen zu den Methoden der Selbstmotivation!</li>
</ul>
<p>Ein bisschen streng &#8211; aber wirklich nur ein bisschen! &#8211; muss ich tadeln, dass die beiden Berliner Autorinnen uns Provinzlerinnen etwas übersehen. Ganz gespannt war ich aufs Kapitel &#8220;Kampf den Käsebroten &#8211; Organisieren Sie Ihre Mittagsmahlzeit&#8221; (als würde ich mir die Zeit leisten, Brote zuzubereiten &#8211; meist gibt es Junk aus dem Süßigkeitenregal, und zwar bis zur Übelkeit). Der Tipp jedoch, die günstigen Mittagstische in der Umgebung zu frequentieren, löste bei mir Bestürzung aus: Bei ausgiebiger Betrachtung bleiben mir in <em>meiner </em>Umgebung ein benachbarter Schlecker-Markt, eine Apotheke und ein Autohaus. In letzterem gibt es vermutlich Gratis-Kaffee für potenzielle Kunden, aber wie oft kann ich glaubhaft vorheucheln, ich sei interessiert an einem gebrauchten Cherokee? Liebe Berlinerinnen, Südwestfalen ist nicht Friedrichshain! Doch immerhin gönne ich mir seit der Lektüre des Kapitels öfter mal eine ausgiebigere Mittagspause &#8211; denn:</p>
<blockquote><p>Führen Sie sich vor Augen, wie viel Zeit Sie durch die Arbeit im Homeoffice täglich sparen: Angestellte verbringen mit der Hin- und Rückfahrt zum Arbeitsplatz leicht 1 bis 2 Stunden. Investieren Sie doch diese &#8220;gesparte&#8221; Zeit einfach in Ihre Mittagspause!</p></blockquote>
<p>Wohl wahr. Danke für dieses Buch -  denn ja, ich <strong>habe </strong>darauf gewartet. Und wenn noch irgendjemand glaubt, aus meiner Feder sei das nicht glaubhaft, dann schicke ich die Nachbarin als Zeugin. Die mit dem Kittel.</p>
<p><em>Birgit Golms, Gudrun Sonnenberg:</em><br />
<em><strong>Homeoffice. Erfolgreiches Heimspiel dank Zeit- und Selbstmanagement.</strong><a href="http://www.ofv.ch/index.php?ID=bkDet&amp;nr=13452" target="_blank"><br />
</a>orell füssli Verlag. Erschienen 2009.<br />
176 Seiten. Gebunden.<br />
ISBN: 978-3-280-05359-1<br />
19,90 EUR</em></p>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/2a584291a64e4664a73e718b4b1ed998" width="1" height="1" alt=""></p>
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		<title>Unausweichliche Vorgänge</title>
		<link>http://www.textsektor.de/blog/2009/10/unausweichliche-vorgange/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 08:36:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julia</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Das Leben ist kein Ponyhof]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine weitere  liebe Kollegin von mir bloggt neuerdings &#8211; und zwar zu einem Spezial-Topic: Unter Kollege-Ich.de setzt sich Gudrun mit einzelkämpfenden Unternehmer/-innen auseinander, also mit Fragen nach Selbst- und Zeitmanagement, der Organisation des Homeoffice und ähnlichem. Diesen Themen bin ich naturgemäß verfallen, bin doch auch ich selbst meine eigene Chefin und entsprechend auf Disziplin, Organisation [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine weitere  liebe Kollegin von mir bloggt neuerdings &#8211; und zwar zu einem Spezial-Topic: Unter <a href="http://www.kollege-ich.de" target="_blank">Kollege-Ich.de</a> setzt sich Gudrun mit einzelkämpfenden Unternehmer/-innen auseinander, also mit Fragen nach Selbst- und Zeitmanagement, der Organisation des Homeoffice und ähnlichem.</p>
<div id="attachment_494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-494" title="Ponyhof 001" src="http://www.textsektor.de/blog/wp-content/uploads/2009/10/ponyhof-001.jpg?w=300" alt="Damit ich das nie vergesse, schmückt dieses Schild meine Bürowand. Geschenkt hat es mir übrigens mal Elke." width="300" height="225" /><p class="wp-caption-text">Damit ich das nie vergesse, schmückt dieses Schild meine Bürowand. Geschenkt hat es mir übrigens mal Elke.</p></div>
<p>Diesen Themen bin ich naturgemäß verfallen, bin doch auch ich selbst meine eigene Chefin und entsprechend auf Disziplin, Organisation und geschickte Zeiteinteilung angewiesen. (Ich! Haha! Jemand, dem die Grundschullehrerin die Empfehlung fürs Gymnasium zunächst verweigern wollte, und zwar mit der Begründung: &#8220;Auf der Realschule lernst du eher, endlich mal ein aufgeräumtes Federmäppchen mit dir zu führen&#8221;. Ich war dann aber doch auf dem Gymnasium, ätschbätsch, und passende Stifte habe ich mir zwischen Klasse 5 und Jahrgangstufe 13 eben von Nachbartischen geliehen &#8211; ebenso wie Pausennahrung, Taschentücher, Mathebücher, Hausaufgaben &#8230;)</p>
<p>Heute weiß Gudrun geschickt zu argumentieren, dass Joggen während der Arbeitszeit ein formidabler Weg sei, den Körper mit Sauerstoff zu fluten und die eigene Produktivität damit zu erhöhen. Zwar gibt sie zu: Zu Anfang wird der untrainierte Körper sich so schlapp fühlen, dass eine Rückkehr an den Schreibtisch nicht viele Resultate bringt &#8211; aber, so versichert sie: &#8220;Falsch ist, dass das so bleibt.&#8221; Schon nach wenigen Wochen reduziere sich die Regenerationsphase auf ein Minimum, und &#8220;statt Erschöpfung macht sich jetzt Sauerstoff im Körper breit&#8221;.</p>
<p><a href="http://www.kollege-ich.de/2009/10/zwischendurch-joggen-funktioniert-das/" target="_blank">Als Bewegungsmeider (</a><a href="http://www.kollege-ich.de/2009/10/zwischendurch-joggen-funktioniert-das/" target="_blank">&#8220;</a><a href="http://www.kollege-ich.de/2009/10/zwischendurch-joggen-funktioniert-das/" target="_blank">Meider&#8221; mit &#8220;i&#8221;, nicht &#8220;Melder&#8221; mit &#8220;l&#8221;) fühle ich mich von Gudruns Argumentation natürlich  angespochen</a> (sie legt es aber auch drauf an: &#8220;Wieder eine Ausrede neutralisiert. Sorry, liebe Sportmuffel&#8221; &#8211; kein Wunder, dass ich mich gemeint fühle!). Du behauptest also, liebe Kollegin, die anfänglichen Zeitfresser bestünden lediglich aus</p>
<blockquote><p>umziehen, losgehen, den Sport ausüben, zurückkommen, duschen, umziehen, stärken. So weit, so planbar, circa zwei Stunden, das entspricht einer verlängerten Mittagspause.</p></blockquote>
<p>Und danach natürlich: Regeneration.</p>
<p>Aber Gudrun &#8211; was hast du nicht noch alles vergessen! Ich zeige dir mal einen Ausschnitt.</p>
<p><strong>Bevor sich losjoggen lässt, steht noch an:</strong></p>
<ul>
<li>Ausgiebig in sämtlichen verfügbaren sozialen Netzwerken (Twitter, Facebook, Wer-kennt-wen &#8230;) ankündigen: &#8220;Oh, ich gehe heute joggen. Hört Ihr? ICH gehe heute joggen!&#8221; Ein Freelancer-Muss: das Vorhaben spätestens eine Stunde vorher das erste Mal ankündigen und dann im 10-Minuten-Takt das Näherrücken des Aufbruchs kommentieren. <em>Nettozeitaufwand: ca. 20 Minuten.</em></li>
<li>Schuhe suchen &#8211; das heißt: einen Schuh. Der andere Sportschuh befindet sich dort, wo man ihn vermutete: in einer Kiste voller selten genutzer Fußbekleidungen (neben Badeschlappen, Gummistiefeln, den Konfirmationspumps). Aber wo ist der andere? Man war gewiss beim letzten Sportversuch nicht einbeinig losgezogen! <em>Nettozeitaufwand: nicht unter 10 Minuten.</em></li>
<li>Same procedure mit der Jogginghose. Irgendwo hinten im Schrank MUSS sie doch &#8230; <em>So groß ist der Schrank nun nicht, Nettozeitaufwand deshalb nur max. 5 Minuten.</em></li>
<li>Ist der letzte Sportversuch länger her als 12 Monate, muss erstmal der Schock verdaut werden (<em>Nettozeitaufwand: 3 Minuten</em>), dass die Sporthose mit einem Mal so merkwürdig spannt. <em>Weg zur Waage plus Überwindung, sich draufzustellen, plus Draufstehen, aber sich nicht trauen, runter zur Anzeige zu schauen: <span id="more-492"></span>1 bis 60 Minuten.</em></li>
<li>Suche nach besser passenden Sporthose plus anschließender Erkenntnis, dass das eigene Interesse an Sportmode bislang zu gering war, um sich einen Bekleidungsvorrat anzulegen. <em>Nettozeitaufwand: nur 45 Sekunden, denn dass da keine weitere Hosengröße mehr liegen wird, ahnte man eigentlich schon zu Beginn.</em></li>
<li>Letzter Blick auf Twitter, ob jemand vielleicht seine maßlose Bewunderung ob dieser Selbstdisziplin zum Ausdruck bringt (&#8220;Boah, bist du toll, wie du dich, ohne zu klagen,  auffraffst &#8230;&#8221;). Gefunden wird aber lediglich: &#8220;LOL. Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert. Machst du ja eh nicht!&#8221; Und deshalb natürlich die Pflicht zur umgehenden Widerlegung dieser Frechheit: &#8220;WOHL! Ich bin quasi schon auf dem Weg! [usw.] &#8230;&#8221;  <em>Nettozeitaufwand: 10 Minuten.</em></li>
<li>Jetzt sitzt man eh wieder am Computer &#8211; da kann man auch noch kurz E-Mails checken (und die ein oder andere Nachricht beantworten). <em>Nettozeitaufwand: 15 Minuten.</em></li>
<li>Ah, jetzt wird klar, wie auch der letzte spottende Zweifler überzeugt wird: Schnell ein Selbstporträt in Joggingkleidung aufnehmen (QED!) und hochladen &#8230; <em>Nettozeitaufwand  inklusive Rumgepose, bis eine sportliche Haltung gefunden wird: 15 Minuten.</em></li>
<li>Erkenntnis: Der eigene untrainierte Körper in kneifender Jogginghose ist wahrlich das Letzte, das man der virtuellen Web-2.0-Welt zu präsentieren bereit ist. Bild also wieder löschen. <em>Nettozeitaufwand: 1 Minute.</em></li>
</ul>
<p>&#8230; und wenn man dabei nicht irgendwann stirbt, dann joggt man vielleicht doch noch mal los.</p>
<p>Sollte ich jemals herausfinden, wie das so ist: Joggen während der Arbeitszeit (oder davor oder danach), dann werde ich gerne auflisten, welche Zeitfresser sich zusätzlich <strong>im Anschluss</strong> an das Bewegungsmanöver auftun. Dauert aber vielleicht noch etwas.</p>
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